Welt

Holländer demonstrieren für schwarzen "Krampus"

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:41

Seit fast 200 Jahren bringt der "Zwarte Piet", der "Schwarze Peter" den holländischen Kindern Geschenke. Das österreichische Gegenstück zu Piet heißt Krampus, nur, dass der holländische Kollege netter und weit beliebter ist. Nun schlug die UNO vor, den Mohren aus dem Verkehr zu ziehen, da er rassistisch sei. Doch die Holländer wollen ihren Piet nicht hergeben - und gingen demonstrieren.

Seit fast 200 Jahren bringt der "Zwarte Piet", der "Schwarze Peter" den holländischen Kindern Geschenke. Das österreichische Gegenstück zu Piet heißt Krampus, nur, dass der holländische Kollege netter und weit beliebter ist. Nun schlug die UNO vor, den Mohren aus dem Verkehr zu ziehen, da er rassistisch sei. Doch die Holländer wollen ihren Piet nicht hergeben - und gingen demonstrieren.

Die Expertengruppe der Vereinten Nationen werfen der Traditionsfigur vor, rassistisch zu sein. Daraufhin gingen Hunderte Niederländer auf die Straße. Rund 500 Menschen protestierten nach Angaben eines Polizeisprechers am Samstag in einem Park im Zentrum von Den Haag gegen den Vorwurf. Rund 40 von ihnen waren demnach selbst als "Zwarte Pieten" verkleidet.

Sklave aus den niederländischen Kolonien

Der niederländische Nikolaus wird traditionell von schwarzen Helfern begleitet, wenn er am 5. Dezember den Kindern Geschenke bringt. Die niederländischen Versionen des Krampus stecken in mittelalterlichen Fantasiekostümen, tragen Afro-Perücken, rote Lippen und haben ihre Gesichter schwarz gefärbt. Seit Jahren klagen Kritiker über den vor mehr als 150 Jahren eingeführten Brauch, da er an die Zeiten der Sklavenausbeutung in den niederländischen Karibik-Kolonien erinnere.

Vorschlag: "Santa Claus" aus USA importieren

Angefacht wurde die Debatte in diesem Jahr von einer UN-Arbeitsgruppe, die den Brauch als rassistisch verurteilte. Die aus Jamaika stammende Leiterin der Gruppe, Verene Shepherd, forderte vergangenen Dienstag im niederländischen Fernsehen ein Ende des Brauchs. Sie schlug vor, die Niederlande könnten sich stattdessen den amerikanischen "Santa Claus" als Vorbild nehmen. Seitdem reißt die Empörung nicht ab: Bis Samstag unterstützten mehr als zwei Millionen Menschen eine "Pietition" zugunsten des "Zwarte Piet".

APA/red.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen