Ein Abend im Prater nahm am 28. September 2025 bei der U-Bahnstation Praterstern eine unschöne Wendung. Ein Pärchen (25, 36 Jahre) wurde Opfer eines homophoben Angriffs. Ein Unbekannter ging auf das Paar los, verletzte den 25-Jährigen schwer am Auge. Die beiden Männer – ein Italiener und ein Salzburger – wollten bei der Polizeiinspektion Praterstern Anzeige erstatten.
Doch dort kam es zum nächsten Eklat – der 25-Jährige geriet angeblich in Panik, wurde selbst angezeigt und landete auf der Anklagebank am Wiener Landl. Widerstand und schwere Körperverletzung lauteten die Vorwürfe. Nun ging der Prozess weiter.
"Wir sind beide attackiert worden", erklärte der Partner (36) des Angeklagten (25) im Zeugenstand. "Mein Partner blutete und war völlig fertig." Doch die Beamten hätten ihnen nicht sofort geholfen. Laut Polizei seien die Beamten in der Dienststelle an dem Tag überlastet gewesen. Der 25-Jährige habe getobt und "Nazi Police" geschrien. Daraufhin wurde der Mann am Boden fixiert, soll nach Beamten getreten haben. Als er sich nicht beruhigte, wurde er festgenommen.
Laut Top-Strafverteidiger Roland Friis befand sich sein Mandant in einer psychischen Ausnahmesituation. "Er hat Panik gehabt, sein Augenlicht zu verlieren", so Friis. "Sie sind von einem homophoben Mann brutal attackiert worden." Der 25-Jährige habe keinen Vorsatz gehabt, die Polizisten zu treten. Friis beantragte einen Freispruch.
Doch Polizisten hatten im Zeugenstand den Angeklagten belastet. "Er hat sich gewehrt, das ist Widerstand", erklärte der Richter und sprach den 25-Jährigen schuldig. Urteil: 5 Monate bedingt, die Probezeit beträgt drei Jahre – bereits rechtskräftig. "Lassen Sie in Zukunft Polizisten einfach Polizisten sein", gab ihm der Richter mit auf den Weg.