Nach Jahren mit mageren Erträgen sind die Honiggläser heuer wieder besser gefüllt. "Gott sei Dank dürfen wir heuer mal was Positives berichten. Die letzten beiden Jahre waren nicht gut, aber heuer sind wir sehr zufrieden", sagte der Präsident des NÖ Imkerverbandes, Josef Niklas, gegenüber noe.ORF.at. Die Ernte ist zwar nicht außergewöhnlich groß, aber sie liegt deutlich über den Erwartungen.
Laut dem "ORF NÖ" ist Niklas auch mit der Qualität des Honigs sehr zufrieden. Die Bienen hatten genug Zeit, den Nektar zu Honig zu verarbeiten. Das sorgt für einen niedrigen Wassergehalt, eine gute Konsistenz und reifen Honig.
Der kalte Winter war heuer ein echter Vorteil für die Bienenvölker. Imkermeisterin Michaela Pucher erklärt: "Bienen profitieren von einem kalten Winter, weil sie eine Brutpause machen, die ihnen gut tut. Dann können sie im Frühjahr besser losstarten." Auch die Temperaturen im Frühjahr waren ausschlaggebend für die gute Saison.
Wie viel Honig die Bienen bringen, hängt stark von der Region und vom Wetter ab. In den letzten Jahren hat Frost schon öfter dazu geführt, dass die Akazienblüte komplett ausgefallen ist. Trockenheit wiederum kann die Sonnenblumen beeinträchtigen.
Die Möglichkeit, in Niederösterreich verschiedene Honigsorten zu ernten, hat laut Niklas zu einer insgesamt guten Bilanz beigetragen. Mit rund 25 Kilogramm Honig pro Volk liegt die Ernte im langjährigen Durchschnitt.
Nach dem Schleudern des Honigs ist für die Imker aber noch lange nicht Schluss. Sie bereiten die Bienenvölker für den Herbst und Winter vor und verkleinern dafür die Völker.
Seit Mitte Juni gilt bei Honigmischungen eine neue Kennzeichnungspflicht. Jetzt müssen alle Herkunftsländer samt Prozentanteil direkt auf dem Etikett stehen. Die neue Verordnung bringt mehr Transparenz. "Wenn Länder bekannt sind, die es mit der Umwelt nicht so genau nehmen, dann habe ich als Konsument die Möglichkeit, dass ich Produkte aus diesem Land ablehne", betont Josef Niklas.
In Österreich liegt der Honigverbrauch bei rund 1,2 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Niklas meint, dass beim Einkauf nicht nur der Preis entscheidend sein sollte. Für die Imker in Niederösterreich ist die neue Kennzeichnung vor allem ein zusätzliches Argument für heimischen Honig.