Das diesjährige Grusel-Fest ist bereits vorüber, aber Horrorfilme werden ja nicht nur einmal im Jahr gesehen. Für den Durchschnittsmensch reicht ein nervenaufreibender Film mit Freunden, um alle paar Monate einen Nervenkitzel zu spüren. Andere erfreuen sich allerdings sogar mehrmals im Monat, wenn sie mörderische Clowns, Psychopaten mit Kettensägen und Hockey Masken auf der großen Bildfläche zu sehen bekommen. Bei so viel Angst und Schauder stellt man sich die Frage, wie sich solche Filme auf die Psyche auswirken und warum Menschen das Bedürfnisverspüren immer mehr Horror zu konsumieren.
Für Horror-Fans ist eine verrückte Verfolgungsjagd wie Balsam für die Seele. Klingt verrückt, ist es auch – stimmt aber. Das Phänomen Horror ist eine komplexe Sache, die für viele Personen eine Art Detox für das Gehirn ist. Man erfreut sich aber nicht nur als Einzelperson an den Schock-Momenten in solchen Filmen. In der Gruppe hat man nämlich gleich dreimal so viel Spaß. Wenn du mehrere Menschen um dich hast, fühlst du dich geboren und es gibt dir Sicherheit. Daher fühlt man sich weniger eingeschüchtert, wenn Horrorfilmegemeinsam mit Freunden geschaut werden. Des Weiteren können dir brutale Filme das Gefühl vermitteln auf der sicheren Seite zu stehen, wenn unheimliche Szenen zu sehen sind.
Wie du gefühlstechnisch zu Horrorfilmen stehst, ist von deinem Dopamin Level abhängig. Dieses aktiviert dein Belohnungszentrum und löst folglich Hochgefühle aus. Wer also mehr Dopamin besitzt, bei dem besteht auch die Wahrscheinlichkeit, dass beim Schauen weniger Angst empfunden wird und stattdessen mehr Vergnügen auftritt.
Mal sinkt die Stimmung im Film, dann steigt sie sofort wieder. Wie bei einer richtigen Achterbahnfahrtempfinden viele Zuschauer dieser Film-Gattung eine Form von Angstlust, die ihren Gemütszustand immer auf Trab hält. Die Lust am Gruseln ist allerdings kein neues Phänomen, das aller Welt in seinen Bann gezogen hat. Durch die Menschheitsgeschichte war in Form von öffentlichen Hinrichtungen oder sogar Folter ein Faszination für das Unheimliche zu sehen. Menschen würden sich in Massen versammeln und Zeugen von grotesken Delikten sein. Nach hunderten von Jahren hat sich nichts an der Laie geändert, das Ganze gibt es lediglich in Spielfilmlänge von der Couchaus zu sehen.