Spuck-Lehrer spricht nur über einen Anwalt

Jener Lehrer, der im Mai an der HTL Ottakring einen Schüler angespuckt hatte, befindet sich nach wie vor im Krankenstand. Sein Anwalt kümmert sich um den Vorfall.
Knapp einen Monat liegt der Spuck-Vorfall eines Lehrers auf einen Schüler an der HTL Ottakring nun bereits zurück. Doch der betreffende Pädagoge ist an der Schule nicht mehr aufgetaucht, er befindet sich noch immer im Krankenstand.

Eine unabhängige Kommission der Bildungsdirektion beschäftigte sich seit Mitte Mai mit dem Vorfall an der Schule. Dutzende Gespräche wurden daraufhin geführt, um den Fall lückenlos aufzuklären.

In einem persönlichen Dialog sowohl mit den Schülern als auch mit der Direktion wurden die Probleme an der HTL angesprochen und nach einer Lösung gesucht. Auch mit dem Lehrer wollte die Kommission persönlich sprechen, doch das passierte nicht.



CommentCreated with Sketch.15 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Bildungsdirektor Heinrich Himmer erklärte bei seiner Stellungnahme am Dienstag, dass es zu keiner "direkten Befragung" mit dem Pädagogen gekommen sei. Einen Kontakt gab es nur per Mail und Brief. Doch auch die Fragen wurden nicht von dem Mann selbst beantwortet.

"Der Lehrer hat einen Rechtsanwalt eingeschalten und dieser hat für ihn die Fragen beantwortet", gab Himmer am Dienstag zu verstehen.

Im Zuge der Untersuchungen sei man dann zu dem Entschluss gekommen, dass die "pädagogische Ausbildung" des Mannes nicht reiche, um den Beruf des Lehrers weiter auszuführen. Der Dienstvertrag wurde daher nicht verlängert.



Der Mann war seit Herbst 2018 als Lehrer für Elektrotechnik an der HTL tätig. Doch bereits nach dem ersten Monat an der Schule hätte es Beschwerden gegeben. Die Schuldirektion verständigte daraufhin umgehend die Schulbehörde und meldete den Vorfall.

Man hätte sich den "Problem-Lehrer" dann auch direkt im Unterricht angesehen, allerdings nach einem Abschlussbericht keinerlei weitere Maßnahmen gesetzt. Da der Lehrer einen befristeten Vertrag hatte, sei es schwierig gewesen, diesen rasch aufzulösen. Ein solcher Vorgang würde längere Zeit dauern, so Himmer.



Das soll sich in Zukunft aber nun ändern. Die Bildungsdirektion möchte eine dreimonatige Probezeit für alle neuen Lehrer in Wien einführen. In dieser Zeit soll dann festgestellt werden, ob die jeweilige Person für den Lehrberuf überhaupt geeignet ist.

Sollte dies nicht der Fall sein, könne der Dienstvertrag leichter aufgelöst werden, als bei einem befristeten Vertrag. Es gehe sowohl um den "Schutz" der Lehrer als auch der Schüler.

Eine Kündigung würde aber nicht bedeuten, dass jemand den Beruf des Lehres dann in Zukunft nicht mehr ausüben dürfe. Stattdessen sollen weitere Schulungen und Ausbildungen die betreffende Person besser auf den Alltag im Unterricht vorbereiten.



Himmer könne sich dabei auch gut vorstellen, dass am Anfang ein erfahrener Kollege in der Klasse als "Begleitung" stehe, der den Lehrer unterstützt. Vor allem das erste Dienstjahr sei für neue Pädagogen oft schwierig.

In weiteren Gesprächen mit der Personalvertretung sollen nun konkrete Schritte zur Verbesserungen an den Schulen besprochen und gesetzt werden. (wil)

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