Huawei Watch 2 im Test: Freigeist unter den Uhren

Die Huawei Watch 2 präsentiert sich sportlich. Profitieren werden von ihr aber am meisten die Alltags-Nutzer.
Huawei hat seine Smartwatch überarbeitet und die neue Huawei Watch 2 herausgebracht. Erhältlich ist sie ganz sportlich als Watch 2 sowie als Leser-Luxus-Modell in Bluetooth- und 4G-SIM-Ausführungen. Der Preis des Sportarmband-Modells mit Bluetooth (Carbon Black, Concrete Grey) beträgt 329 Euro, die 4G-Varianten (Dynamic Orange, Carbon Black) kosten 349 Euro. Für Metallgehäuse und Lederarmband (Titanium Grey) legt man 399 Euro hin.

Heute Digital hatte die Möglichkeit, die Huawei Watch 2 über zwei Wochen lang auszuprobieren. Überraschend war anfangs vor allem die starke sportliche Auslegung der Smartwatch. Statt Echtleder oder Edelstahl wie in der ersten Version findet sich nun bis auf das Titanium-Modell ein Plastikarmband und eine Keramikblende. Hochwertig sieht das Teil trotzdem aus. Beim Tragen fällt aber auf, dass das Sportarmband äußerst hart ist und starr sitzt. Das kennt man von Sportuhren viel flexibler.

Trotzdem ist die Huawei Watch 2 nicht schlecht zu tragen. Es sitzt fest und vor allem Sportler werden es schätzen, dass sie das Plastikarmband nach dem Training zum Säubern nur feucht abwischen müssen. Etwas spartanisch wirkt auch die weiße Ladeschale für die Uhr. Sie erfüllt ihren Zweck perfekt, ein Hingucker ist sie aber keinesfalls. Muss sie aber wohl auch nicht sein - Huawei-Watch-2-Nutzer werden wohl eher Wert auf die Einsatzmöglichkeiten legen, als auf das Aussehen des Zubehörs.

Leicht austauschbar

Auch wenn die Bänder fest sitzen, so lassen sie sich leicht tauschen. Das ermöglicht, dass man sich etwa zum Sporteln das Plastikarmband umschnallt, um es beim schicken Abendessen später schnell gegen ein Lederarmband auszutauschen. An der Verarbeitung ist insgesamt nichts zu bemängeln - die Uhr erfüllt alle sportlichen Wünsche, von der Wasserdichtheit über Staubschutz bis hin zu einer guten Akkuleistung.

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Wer damit telefoniert und surft, kommt zwei Tage über die Runden, sagt Huawei. Das können wir nicht bestätigen, denn obwohl wir die Watch 2 ausreizten, hielt sie weit länger, gut drei Tage durch. Ein Training begleitet die Watch 2 über mehr als zehn Stunden durchgehend, als reine Armbanduhr mit gelegentlicher App-Nutzung reicht sie nach Angaben des Unternehmens drei Wochen, was im Test realistisch erscheint. Die Tasten an der rechten Seite sind zudem gut erreichbar und verfügen über einen angenehmen Druckpunkt.

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Bei der technischen Ausstattung hat Huawei aufgetrumpft. Unter dem 1,2 Zoll (390 x 390 Pixel) AMOLED-Display mit Gorilla Glass arbeitet ein Snapdragon Wear 2100 Prozessor mit überaus großen 768 MByte Arbeitsspeicher. 4 GB interner Speicher stehen für Musik oder andere Dateien zur Verfügung. Stark: Zwar ist kein drahtloses Laden möglich, über die Ladeschale mit Kontaktstiften ist die Huawei Watch 2 aber nach etwas mehr als einer Stunde wieder voll.

Huawei Watch 2
Huawei Watch 2


Die Huawei Watch 2 (Bild: Wolfgang Bartosch)
Die Huawei Watch 2 (Bild: Wolfgang Bartosch)
Die Huawei Watch 2 (Video: Huawei)

Dass die Huawei Watch 2 wahre Smartwatch-Freiheit bedeutet, liegt neben dem eingebauten GPS- und GLONASS-Chip, NFC und Bluetooth 4.1 vor allem auch an der 4G-Unterstützung. Man legt einfach eine SIM-Karte (der Slot ist unter dem unteren Armband-Gelenk versteckt) ein und kann ganz ohne mitgenommenes Smartphone telefonieren, Nachrichten schreiben oder Apps nutzen. Das Telefonieren mit Voice over LTE-Support und zwei Mikrofonen funktioniert zwar nicht in einer Smartphone-Qualität, ist aber ohne Probleme möglich.

Auch sonst tolle Features

Aber auch bei der Bluetooth-Variante klappt die Kommunikation über die drahtlose und stabile Verbindung zum Smartphone gut. Bleibt das Smartphone trotzdem daheim, aber die WLAN-Verbindung aktiviert, bekommt der Träger Benachrichtigungen trotzdem auf seiner Watch 2 ausgespielt. Antworten kann man dann per Spracheingabe, Tastatur oder Handschrifterkennung.

Der integrierte Pulsmesser funktioniert ebenfalls so wie er soll. Zwar schwanken die Ergebnisse im Vergleich zu einer Messung mit Brustgurt etwas, fallen aber nicht auffällig aus der Reihe. Gleiches gilt für das GPS: Kleine Abweichungen, aber kein großes Drama. Wer will, kann trotzdem Brustgurte und andere Utensilien nutzen - auf der Uhr können Apps wie Runtastic und Google Fit, aber auch Spotify, WhatsApp und Co. genutzt werden.

Fazit: Beste ihrer Generation

Die Huawei Watch 2 mit Android-Betriebssystem führt auch Einsteiger leicht und mit Freude an die Smartwatch-Nutzung heran. Über die obere Taste am Rand werden die Apps übersichtlich angezeigt oder der Sprachassistent aktiviert. Die untere Taste wird nach Wunsch belegt. Alle andere Funktionen werden intuitiv ausgelöst, Verwirrung kommt nie auf. Schnell hat man mit dem scharf aufgelösten Display und der einfachen Bedienung seine Freude.

Auch wenn das sportliche Design Geschmackssache ist, so ist die Leistung der Huawei Watch 2 unbestritten. Sie ist das beste Device der aktuellen Smartwatch-Generation und bietet mit den Verbindungsmöglichkeiten und Sensoren mehr Freiheiten als so gut wie jede andere Uhr. Wer sein Geld in die 4G-SIM-Variante investiert, erlebt dann absolute Freiheit und ist von einem Smartphone komplett unabhängig.

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