Hunde im Mini-Zwinger: Bedingte Haft für Halter

Mit dreckigen Gummistiefel erschien ein Pensionist (79) jetzt in Korneuburg vor Gericht: Er hatte Hunde im Zwinger gehalten, wurde wegen Tierquälerei angeklagt.

In Gummistiefel, verdreckter Arbeitshose und dichtem, zerzaustem Haar erschien ein 79-Jähriger jetzt in Korneuburg auf der Anklagebank. Der Pensionist soll Hunde in Mini-Zwingern angekettet haben.

Die Vorgeschichte: Bei einem Kleinbrand im Herbst 2018 hatten Einsatzkräfte die chaotischen Zustände auf dem Grund des 79-Jährigen bemerkt und die Behörden informiert. Der Rentner hauste in einem Wohnwagen, zwischen Öldosen, Sperrmüll und Gasflaschen tummelten sich im Dreck Enten, Gänse und Ziegen. In Zwingern angekettet: Hunde.

Ende Oktober 2018 rückten schließlich Polizei, Amtstierarzt und Mitarbeiter des Dechanthofes sowie Hundeschweiger Bernhard Kainz an. Als die Helfer das Grundstück betraten, ließ der 79-Jährige die Hunde los, ein Helfer wurde gebissen („Heute" berichtete).

Bedingte Haft

Der 79-Jährige musste auch zum Psychiater, der befand den Senior für zurechnungsfähig. Vor Gericht war sich der resolute 79-Jährige keiner Schuld bewusst: Denn er habe alles richtig gemacht, die Hunde hätten genug Platz gehabt. Und die Vierbeiner habe er nur auf Wunsch der Helfer losgelassen: „Für die patscherten Tierheim-Mitarbeiter kann ich nix", so der Angeklagte beim Prozess.

Der Richter verurteilte ihn zu fünf Monaten bedingter Haft wegen Tierquälerei (nicht rechtskräftig). Sichtlich verstört ob des Urteils stiefelte der kauzige Rentner davon.

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