Hunderttausende nutzen falsche WhatsApp-Version

WhatsApp ist die weltweit wohl bedeutendste Messaging-Anwendung. Doch neue Zahlen zeigen, dass viele Nutzer auf Fake-WhatsApp-Versionen setzen.
Laut der Agentur Artworx läuft auf 88 Prozent aller österreichischen Smartphones auch der Messenger WhatsApp, also beinahe auf neun von zehn Mobiltelefonen. Ein Bericht von "Medium", der sich auf eine Studie von Caribou Date beruft, zeigt aber: Viele Nutzer haben nicht WhatsApp, sondern geklonte oder gefälschte Apps installiert und in Verwendung.

Untersucht wurden die drei Länder Nigeria, Kenia und Südafrika. Auch dort ist zwar WhatsApp mit fast 90-prozentiger Nutzung die dominante App, in der Liste der 20 meistgenutzten Apps finden sich aber auch gleich drei WhatsApp-Klone: GBWhatsApp, YoWhatsApp und FMWhatsApp. Alleine GBWhatsApp verzeichnet dabei mehr Nutzer-Sessions als Facebook, Facebook Messenger, Instagram, Twitter und Snapchat gemeinsam.

Klone und die Gründe dafür

Bemerkenswert ist die Ausbreitung auch deshalb, weil die WhatsApp-Klone nicht über offizielle Kanäle wie den Play Store erhältlich sind. Um sie zu bekommen, müssen die Android-Package-Installationsdateien (APK) aus dem Netz geholt werden. Für den Nutzer kann das gefährlich sein, denn oft lässt sich nicht nachvollziehen, ob die Apps auf Viren und Malware geprüft sind, aus welcher Quelle sie stammen, was sie sonst noch aufs Smartphone schmuggeln und welche Rechte sie den Anbietern einräumen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Unklar ist, wie viele Nutzer bewusst eine Klon-Version verwenden und wie viele einfach glauben, die Original-WhatsApp-Version installiert zu haben. Gründe für eine bewusste Installation können sein, dass die Klon-Apps oft viele Funktionen bieten, die es in WhatsApp nicht oder noch nicht gibt. Etwa, mehrere Chat-Konten gleichzeitig zu verwenden oder Lesebestätigungen zu bekommen, obwohl man seinen eigenen Lesestatus verborgen hält. Die Klone verfügten auch bereits vor dem offiziellen WhatsApp über einen Dunkelmodus.

Man kann gesperrt werden

WhatsApp selbst warnt davor App-Klone zu verwenden – und sperrt Nutzer deswegen sogar. "Wenn du eine In-App-Nachricht erhältst, dass dein Account 'vorübergehend gesperrt' ist, benutzt du wahrscheinlich eine nicht unterstützte Version von WhatsApp anstelle der offiziellen WhatsApp App. Wenn du nicht zur offiziellen App wechselst, nachdem dein Account vorübergehend gesperrt wurde, bleibt dein Account womöglich dauerhaft für WhatsApp gesperrt", heißt es vom Unternehmen.

"Nicht unterstützte Apps wie WhatsApp Plus, GB WhatsApp oder Apps, die behaupten, deine WhatsApp Chats zwischen Telefonen zu verschieben, sind veränderte Versionen von WhatsApp", heißt es weiter. WhatsApp unterstützt diese Versionen nicht, da man deren Sicherheitsverfahren nicht überprüfen könne. WhatsApp verweist darauf, die App nur aus den offiziellen App Stores oder von der WhatsApp-Webseite zu installieren.



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