Politik

Hypo baute 2,7 Milliarden Euro Verlust

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:38

Riesige Abschreibungen und Wertberichtigungen haben den Verlust der staatlichen Problembank Hypo Alpe Adria in die gefürchteten Höhen katapultiert. Die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2013 wurden am Mittwoch bei der Veröffentlichung der Bilanz bestätigt. Ihr letztes Jahr als Bank hat die staatliche Krisenbank im Einzelabschluss mit einem Verlust von 2,748 Mrd. Euro abgeschlossen. Das meiste Geld wurde in Italien versenkt. Im Jahr davor lag der AG-Verlust bei 231 Mio. Euro. Zuletzt hat der "Europa anders"-Spitzenkandidat Martin Ehrenhauser ein Volksbegehren gegen die Hypo gestartet.

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Nach einer Sitzung des Aufsichtsrats gab die Bank am Mittwochabend Eckpunkte des testierten Abschlusses bekannt. In der Konzernbilanz nach internationalen Bilanzierungsvorschriften (IFRS) lag der Verlust 2013 bei 1,864 Milliarden Euro. Das Jahr davor hatte der Konzern mit einem kleinen Minus von 22,9 Mio. Euro abgeschlossen.

So kam Minus zustande

Das jetzige dicke Minus - das wieder mit der Hilfe der Steuerzahler ausgeglichen werden musste - resultierte aus teuren Kredit-Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Finanzierungen und Vermögenswerte. Für die Bilanz 2013 gab es insgesamt 2,5 Mrd. Euro an Staatshilfe, der letzte Kapital-Nachschuss von 750 Mio. Euro wurde erst am 9. April von einer Sonder-Hauptversammlung durchgewunken.

In der AG-Bilanz, nicht aber in der Konzernbilanz, sind etwa auch die weiteren Beteiligungsabschreibungen auf die zum Verkauf gestellten Balkan-Töchter enthalten. Der Konzernverlust von 1,864 Mrd. liege im Rahmen des im Juni 2013 in Brüssel vorgelegten Restrukturierungsplan, hieß es in einer Mitteilung Mittwochabend. Die Kreditwertberichtigungen und Abwertungen auf übrige Vermögenswerte wurden mit 1,664 Milliarden Euro (Vorjahr: 388,5 Mio. Euro) beziffert.

Deutlich gefallen sind die Betriebserträge, von 816 Mio. auf 307 Mio. Euro. Die Aufwendungen waren mit 439,7 Mio. Euro etwas unter Vorjahr (441,7 Mio. Euro). Die Konzern-Bilanzsumme wurde um 7,6 Mrd. auf 26,2 Mrd. Euro zurückgefahren, wobei etwas mehr als die Hälfte des Rückgangs aus dem Verkauf der Österreich-Tochterbank resultierte.

Ausländische Experten als Detektive

unter der ehemaligen Höchstrichterin Irmgard Griss. Die Experten sollen klären, wie es zu dem Finanzdesaster kommen konnte.

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