Politik

Hypo-Zeuge packt aus: "Mir ist schlecht geworden"

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:00

Darauf hat man im Hypo-U-Ausschuss gewartet: Am Mittwoch kam mit Ex-FMA-Prüfer Johann Schantl endlich ein Zeuge zu Wort, der auch wirklich bereit war etwas zu sagen. Er zeichnete ein schockierendes Bild. Verluste waren abzusehen, seine Warnungen verhallten unbeachtet, schließlich reichte Schantl sogar die Kündigung ein. Geändert hat das nichts.

Zeuge Nummer vier, OeNB-Bankenprüfer Martin Schütz konnte sich laut eigener Aussage an die Vorfälle nicht erinnern oder sei der "falsche Ansprechpartner" für den U-Ausschuss.

Bei Zeuge Nummer fünf, dem ehemaligen Prüfer der Finanzmarktaussicht, sah die Sache anders aus. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass Schantl nicht mehr für das Unternehmen tätig ist. Zwischen 2002 und 2007 schrillten bei Schantl während seiner Tätigkeit als "On-Site-Prüfer" wiederholt die Alarmglocken. Genützt hat es freilich wenig.

"Mir ist schlecht geworden"

So hätte er sich gefragt, ob die Cross-Border-Geschäfte gutgehen können. Es hätte kein Risikomanagement und kein Berichtwesen gegeben. "Mir ist schlecht geworden", kommtentierte Schantl die Praxis bei der Kreditvergabe laut "ORF.at". "Die Prognoseberechnungen waren das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt war."

Schwachstellen bekannt, keiner tat etwas

Die Schwachstellen des Systems seien bekannt gewesen, der Vorstand habe aber nichts unternommen. Als Verantwortlichen nannte der Prüfer Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer. Er habe erst nach einem halben Jahr den Vorstand darüber informiert, dass 330 Millionen verloren wurden.

Als Schantl schließlich kündigte, schickte er laut "Kurier" Verbesserungsvorschläge an den Vorstand der FMA. "Die einzige Antwort, die ich bekam, war ein Dankesschreiben."

 

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