Eigentlich kennt man Joanna Wietrzyk als Rekordjägerin bei den Hyrox-Bewerben. Doch nach ihrem Auftritt in China spricht kaum jemand über ihre sportliche Leistung. Stattdessen sorgt ihr Zwischenfall für heftige Diskussionen.
Auf Videos und Fotos ist zu erkennen, wie sich die Fäkalien über ihre Beine, Socken und Schuhe verteilen. Wietrzyk lässt sich davon aber nicht stoppen. Sie macht tapfer weiter, kämpft sich durch alle Stationen – darunter Burpee Broad Jumps, Sandbag-Lunges und Wall Balls. Besonders heikel: Bei Hyrox teilen sich alle die Strecke und die Trainingsgeräte. Am Ende holt Wietrzyk trotzdem den Sieg.
Im Netz gehen die Wogen hoch. Viele loben Wietrzyk für ihren eisernen Willen. Andere wiederum schimpfen, weil sie ein Gesundheitsrisiko für die anderen Teilnehmer sehen.
Für zusätzlichen Ärger sorgt eine Regel-Lücke: Wer ins Stadion spuckt oder sich auf den Boden schneuzt, bekommt eine Zeitstrafe. Für einen Vorfall wie den von Wietrzyk gab es bisher aber keine klare Regel. Deshalb richtet sich die Kritik nicht nur gegen die Sportlerin, sondern auch gegen die Hyrox-Veranstalter.
Denn die Verantwortlichen griffen während des Rennens nicht ein. Hyrox-Mitgründer Moritz Fürste hat das inzwischen auf Instagram zugegeben. "Man hätte sofort reagieren müssen", erklärte der Deutsche.
Nach dem Rennen wurden die betroffenen Bereiche gesperrt und desinfiziert, Geräte entfernt und Teile des Bodens ausgetauscht. Mittlerweile hat Hyrox seine Regeln geändert: Wenn Blut, Erbrochenes, Harn oder Fäkalien ein Gesundheitsrisiko darstellen, kann die Rennleitung die betroffene Person aus medizinischen Gründen aus dem Bewerb nehmen.
Joanna Wietrzyk selbst bleibt gelassen. In einer mittlerweile gelöschten Story aus dem Spital schreibt sie trocken: "Ein Sieg ist ein Sieg".