Ibiza-Affäre: Was wir über den Lockvogel wissen

Nachdem die Ermittler das gesamte zwölfstündige Ibiza-Video mit Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus sicherstellen konnten, wurden erste Fotos der vermeintlichen Oligarchin veröffentlicht. Das Bundeskriminalamt fahndet nach ihr.

Sie spielt in der Ibiza-Affäre eine Schlüsselfigur und lockte Heinz-Christian Strache sowie Johann Gudenus und dessen Ehefrau Tajana in die Videofalle. Unter dem Decknamen "Alyona Makarov" gab sie sich als Oligarchin aus. Details zu ihrer wahren Identiät sind nicht bekannt. 

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Im Zuge der Ermittlungen konnten die Beamten das gesamte "Ibiza-Video" sicherstellen. Insgesamt gibt es 12 Stunden, 32 Minuten und 38 Sekunden Videomaterial. Zudem veröffentlichte das Bundeskriminalamt mehrere Lichtbilder zur Ausforschung der unbekannten Täterin. Auf den Fotos ist eine junge Frau mit langen Haaren, schmalem Gesicht und spitzer Nase zu sehen. Nach ihr wird weltweit gefahndet.

Von Gudenus identifiziert

Sie sprach im Video fließend in Englisch und Russisch, war gut gebrieft, stellte die richtigen Fragen zu den geplanten Investitionen in "Wasserressourcen", "österreichische Medien", Baufirmen und Glücksspiel. Bereits im Dezember 2019 tauchten mehrere Bilder von ihr aus dem Akt der SOKO Tape auf. Wie die "Krone" berichtete, haben Johann Gudenus und seine Frau in den vorliegenden Einvernahmeprotokollen sie als Ibiza-Lockvogel identifiziert.

Insgesamt werden derzeit über 40 Ermittlungsverfahren im Auftrag der beiden Staatsanwaltschaften durch die Ermittler der Soko Tape abgearbeitet. Es wurden kriminalpolizeiliche Maßnahmen wegen des Verdachts auf 31 unterschiedliche Delikte gesetzt. In den letzten 365 Tagen wurden 139 Anlassberichte über die Zwischenergebnisse erfasst, 55 Hausdurchsuchungen, zehn freiwillige Nachschauen und 259 förmliche Vernehmungen geführt. Fünf Festnahmeanordnungen sowie 13 Rechtshilfeersuchen wurden umgesetzt. Bis dato konnten bei den Ermittlungen 34 Terrabyte an Daten sichergestellt werden.

Strache erfreut

Und was sagt Hauptdarsteller Strache zu den aktuellen Entwicklungen? Der "freut sich über den Ermittlungserfolg der SOKO Tape, die nunmehr auf ein objektives Beweismittel zurückgreifen kann und bei ihren Ermittlungen nicht mehr ausschließlich auf die Hintermänner oder die Bücher von Journalisten angewiesen sind", lässt Christian Höbart, Generalsekretär des "Team HC Strache", wissen.

Untersuchungsausschuss startet am 4. Juni

Am Donnerstag, den 4. Juni, startet der Untersuchungsausschuss zur Causa. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka nimmt den Vorsitz ein. Die Milliardäre Heidi Horten und Gaston Glock haben abgesagt, "Heute" berichtete.

Mit der etwaigen Ausforschung der Unbekannten mit dem Aliasnamen Alyona Makarov erhoffen die Ermittler nähere Erkenntnisse zu den Hintergründen betreffend die Herstellung und der Vorbereitung des Ibiza-Videos. Hinweise werden jederzeit im Bundeskriminalamt per E-Mail oder telefonisch entgegengenommen (bundeskriminalamt@bmi.gv.at oder +43 (0) 1/24836-985025).

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