Staatssekretärin Schmidt

ICE-Agenten bei Olympia "unangebracht und verstörend"

Der geplante Einsatz von ICE-Agenten bei den Olympischen Spielen sorgt für Aufregung. Jetzt reagiert Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ).
Sport Heute
27.01.2026, 14:51
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Nach der internationalen Empörung über den geplanten Einsatz von US-Einwanderungsbeamten bei den Olympischen Winterspielen in Italien meldet sich nun auch Österreich zu Wort. Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) zeigt sich deutlich besorgt über eine mögliche Präsenz der umstrittenen US-Polizeieinheit ICE.

In einem Statement stellt Schmidt gegenüber "Heute" klar: "Die Olympischen Spiele müssen ein Ort des Friedens und des fairen sportlichen Wettbewerbs sein. Dass Beamte dieser Einheit, die derzeit in den USA Angst und Schrecken verbreitet, just nach Europa kommen sollen, ist unangebracht und verstörend – sowohl aus der Sicht des olympischen Gedankens, als auch im Sinne der Sicherheit der österreichischen Sportler:innen und Fans."

Hintergrund ist ein umstrittenes Vorhaben der US-Regierung, Beamte der Einwanderungsbehörde ICE zu den Winterspielen nach Mailand und Cortina d’Ampezzo zu entsenden. Offiziell sollen sie den Sicherheitsdienst des US-Außenministeriums unterstützen und bei der Abwehr möglicher Risiken helfen. Die italienischen Behörden betonten zuletzt, dass sämtliche Sicherheitsmaßnahmen weiterhin unter nationaler Kontrolle stehen würden.

In Italien selbst hatte das Projekt heftige Reaktionen ausgelöst. Mehrere Politiker kritisierten die geplante ICE-Präsenz scharf und stellten infrage, ob der Einsatz einer international umstrittenen US-Behörde mit den Werten eines globalen Sportereignisses vereinbar sei.

Mit der Stellungnahme von Schmidt reiht sich nun auch Österreich in die Reihe jener Stimmen ein, die den geplanten ICE-Einsatz bei Olympia kritisch sehen – insbesondere mit Blick auf den Schutz von Athletinnen, Athleten und Fans sowie den Anspruch der Olympischen Spiele als internationales Friedensprojekt.

Hintergrund internationaler Kritik: In den USA ist ICE seit Wochen in die Schlagzeilen geraten, nachdem bei Bundesoperationen in Minneapolis zwei Menschen durch Bundesbeamte getötet wurden. Die 37-jährige Renée Good, eine US-Bürgerin und Mutter von drei Kindern, von einem ICE-Agenten in Minneapolis erschossen. Ein Vorfall, der landesweit für Proteste und politische Kontroversen sorgte. Video-Analysen und lokale Behörden widersprechen teils den offiziellen Darstellungen der Bundesregierung über den Ablauf und die Notwendigkeit des Einsatzes tödlicher Gewalt. In den folgenden Tagen wurde auch der 37-jährige Alex Pretti, ein Intensivpfleger, bei einem weiteren Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis erschossen, was die Debatte über den Einsatz von Gewalt und die Kontrolle föderaler Behörden weiter anheizte.

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