"Ich kann es noch" – Pflug-Einlage von Kriechmayr

Vincent Kriechmayr legte in Wengen einen Pflug-Schwung ein.
Vincent Kriechmayr legte in Wengen einen Pflug-Schwung ein.Gepa, Screenshot
Vincent Kriechmayr durfte die erste Wengen-Abfahrt am Freitag mit einer Ausnahmegenehmigung in Angriff nehmen, zeigte eine ungewöhnliche Einlage. 

Der Doppel-Weltmeister von Cortina d´Ampezzo war nach einem positiven Corona-Test noch bis Mittwochnachmittag in Quarantäne, reiste direkt nach Wengen, um den Super-G am Donnerstag in Angriff zu nehmen. Für die erste von zwei Abfahrten erhielt Kriechmayr daraufhin eine Sonder-Starterlaubnis, denn der 30-Jährige konnte aufgrund seiner Quarantäne keines der beiden Abfahrtstrainings bestreiten, dies sind eigentlich Grundvoraussetzung für einen Abfahrts-Start. Mit Rang zwölf (+1,26 Sekunden hinter Sieger Aleksander Aamodt Kilde) bot der ÖSV-Star eine solide Leistung. 

Dass er keinen Trainingslauf absolvieren konnte, wollte Kriechmayr nicht als Ausrede gelten lassen. "Da bin ich eh schon oft genug runtergefahren", schmunzelte der Oberösterreicher. 

"Pflug nicht verlernt"

Umso ungewöhnlicher war jedoch die Anfahrt zum gefürchteten Kernen-S. Denn Kriechmayr nahm nicht nur Tempo heraus, spreizte sogar deutlich die Beine, um einen Pflug einzulegen oder eine Pizzaschnitte, wie es nun im Skikurs heißt. "Das Pflugfahren habe ich am Anfang meiner Karriere als kleiner Bub gelernt, offensichtlich habe ich es noch nicht verlernt", so der Oberösterreicher mit ein wenig Galgenhumor. 

"Das wäre das Einzige, da wäre ein guter Trainingslauf gut gewesen. So habe ich spontan entschieden, dass ich das so tun werde", erklärte Kriechmayr seinen ungewöhnlichen Bremsschwung. "Dominik Paris hat es vor Jahren auch so gemacht, ist dann Zweiter geworden", erinnerte sich der Oberösterreicher. 

Zweiter Anlauf am Samstag

Diese Einlage sei jedoch nicht für seinen Rückstand entscheidend gewesen. "Verloren habe ich es dann durch Langentreyen. Da war ich viel zu gerade. Morgen werde ich es versuchen, zu verbessern. Der Rückstand ist aber groß", schloss Kriechmayr. 

Dass es nach der Erteilung der Sonder-Starterlaubnis Kritik - vor allem von Seiten des Schweizer Skiverbands - gab, belastete Kriechmayr demnach nicht. "Ich bin dankbar, dass ich die Chance bekomme und ich hoffe, dass es bei anderen Athleten auch so sein wird. Das wäre nur fair. Aber ich glaube nicht, dass ich der Letzte war."

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