Was für ein TV-Talk im ORF-"Bürgerforum" am Dienstag! Buhrufe, Zwischenrufe - und dann erhielt noch der Chef der rechten Identitären Redezeit. Kanzler und Vizekanzler forderten "Respekt" und "Diskussionskultur". Der Fokus lag auf den Themen Flüchtlingskrise und Terrorismus.
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Alle sechs Parteichefs stellten sich gestern Abend Fragen: In der Diskussionssendung "ORF-Bürgerforum" waren dafür je ein eher rechter und linker Publikums-Block geschaffen worden.
Dann das: Alexander Markovics, Chef der extremen rechten Gruppierung der Identitären, erhielt das Mikrofon. Spulte sein Programm von Grenzschutz und Fremdenangst ab. Unklar blieb: Wurde er offziell vom ORF eingeladen?
Den Politikern – Kanzler und Vize am Podium, die Opposition im Publikumsbereich – sah man Irritation an. Auch bei den vielen Zwischenrufen. Aus den halb offenen Mikros am Podium hörte man die Regierungsvertreter sagen: "Das ist skurril."
Vizekanzler Mitterlehner forderte "Diskussionskultur" vom Publikum ein, Bundeskanzler Faymann schließlich "Respekt."
Die hitzigsten Sager über:
Terror:
"Es mengen sich Kriminelle, die mit IS in Verbindung sind, unter die Völkerwanderung." (Strache)
"Wir brauchen eine Dschihadisten-Datenbank.“ (Strolz, Neos)
Flüchtlinge: "Junge, wehrfähige Männer sollen gefälligst da unten bleiben." (Lugar, TS)
Zaun: "Wir können keinen Zaun der Welt um die EU bauen." (Faymann, SP)
Werte: "Wer sich nicht an unser Wertesystem hält, muss zurückgehen." (Mitterlehner, VP)
EU-Außengrenze: "Wir schaffen das entweder gemeinsam in der EU oder wir tun uns dann gemeinsam leid, dass wir es nicht geschafft haben." (Faymann, SP)
: "Wir können nicht sagen: 1.000 dürfen kommen, und der 1.001. darf nicht herein." (Glawischnig, Grüne).