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Idomeni: Mysteriöser Brief leitet Flüchtlinge in die...

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:52

Hunderte Flüchtlinge versuchten am Montag aus dem griechischen Idomeni nach Mazedonien zu gelangen. Sie wurden vom dortigen Militär gestoppt und sollen mit Trucks wieder außer Landes gebracht werden. Bei dem Versuch, den Fluss Suva an der griechisch-mazedonischen Grenze zu überqueren, sind drei Menschen aus Afghanistan ertrunken. Die Lage im Flüchtlingscamp wird indes aufgrund der Witterung immer prekärer. Und: Es kursiert ein Brief mit Falsch-Informationen. Wer dahinter steckt, ist unklar.

Bis zu 1.000 Flüchtlinge waren im Laufe des Montags aufgebrochen um auf eigene Faust ihr Glück zu versuchen. Die , seitdem gibt es kein Durchkommen mehr. Die Menschen wurden auf ihrem Marsch von Bereitschaftspolizisten begleitete, die zwar keine Gewalt anwendeten, ihnen aber erklärten, dass ihr Unterfangen sinnlos sei.

Die Flüchtlinge bewegten sich aus der Grenzregion mit all ihren Habseligkeiten in Richtung des Dorfes Chamilo. Am Nachmittag wurden sie von griechischen Polizisten umringt. Hunderte wateten daraufhin durch jenen reißenden Fluss, wo in der Früh die drei Afghanen ertrunken waren. Mit Hilfe von Seilen versuchten ganze Familien Halt zu finden, wie die Bilder unserer Fotoshow beweisen!

Die Menschen, die es auf mazedonisches Staatsgebiet schafften, wurden von der Armee in Empfang genommen. Mit Bussen sollen sie nun wieder zurück nach Griechenland gebracht werden.

Mysteriöser Brief

Die Regierung in Athen geht davon aus, dass der plötzliche Aufbruch alles andere als ein Zufall war. "Wir haben in unseren Händen Flugblätter, die zeigen, dass das eine organisierte Aktion war", so ein Sprecher des Krisenstabes. Für Aufsehen sorgt ein Flyer, der falsche Informationen beinhaltet und an die Flüchtlinge verteilt wurde. Wer hinter der Aktion steckt, ist unklar. Unter anderem steht auf dem Zettel, dass die Flüchtlinge "nicht in kleinen Gruppen über die Grenze gehen sollen, sondern zu Tausenden". 

Hier der Wortlaut des Briefes (Übersetzung aus dem Arabischen)

1. Die griechisch-mazedonische Grenze ist und wird zu bleiben

2. Es gibt keine Busse oder Züge, die Sie nach Deutschland bringen werden.

3. Es ist sehr gut möglich, dass wer in Griechenland bleibt (am Ende) in die Türkei abgeschoben wird.

4. Wer es schafft illegal in einem anderen Staat Mittel- oder Osteuropas zu reisen, wird bleiben können. Deutschland akzeptiert noch Flüchtlinge.

5. Es ist möglich, dass das Lager von Idomeni in den kommenden Tagen evakuiert wird. Möglicherweise werden Sie dann in andere Lager gebracht und danach in die Türkei ausgewiesen.

Die Lösung:

1. Der Zaun, der vor Ihnen steht, soll Sie in die Irre führen, damit Sie glauben, die Grenze sei geschlossen.

Der Zaun endet fünf Kilometer von hier. Danach gibt es keinen Zaun, der Sie daran hindern könnte, nach Mazedonien zu reisen. Sie können hier rübergehen (schauen Sie auf die Karte)

2. Wenn Sie sich in kleinen Gruppen bewegen, werden Sie von der mazedonischen Polizei oder der Armee festgenommen und nach Griechenland zurückgebracht.

3. Wenn Sie aber zu Tausenden versuchen gleichzeitig über die Grenze zu kommen, wird die Polizei Sie nicht stoppen können.

Lasst uns alle um 14.00 Uhr im Camp (von Idomeni) treffen. Bitte schauen Sie auf die Karte, um den Weg zum Treffpunkt zu sehen.

Drei Tote bei Überquerungsversuch

Drei Menschen sind bei dem Versuch, den Grenzfluss Suva zu überqueren ertrunken. Die toten Flüchtlinge  - bei ihnen handelt es sich laut NGOs um zwei Männer und eine Frau aus Afghanistan - versuchten wie Hunderte andere auch in ihrer Verzweiflung illegal nach Mazedonien zu gelangen. Die Leichen wurden im Fluss , der durch den anhaltenden Regen in den letzten Tagen stark angestiegen ist, gefunden.

Weitere 23 Menschen wurden bei diesem ersten Versuch, über den Fluss zu kommen, Montagfrüh abgefangen und im Aufnahmezentrum Vinojug bei Gevgelija medizinisch versorgt. 

Nach wie vor warten rund 12.000 Flüchtlinge im Grenzort Idomeni auf ihre Weiterreise. Sie hoffen auf ein Wunder beim kommenden EU-Gipfel mit der Türkei am Donnerstag.

Bedingungen immer extremer

Die Bedingungen für die Menschen werden immer schlimmer. Dauerregen hat das Camp mit Tausenden Zelten völlig verschlammt, jetzt breiten sich Infektionskrankreiten immer weiter aus. Es fehlt an Medikamenten und warmer Kleidung.

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