Politik

Illegale Migration: Anstieg im zweiten Halbjahr

Heute Redaktion
13.09.2021, 23:37

Die Zahl der Asylsuchenden wird in den nächsten Monaten wieder teigen. Das zeigt ein Bericht des deutschen "Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration".

Italien ist in Sachen Asylsuchende an seine Kapazitätsgrenze gelangt. Das und mehrere weitere Indizien sprächen dafür, dass die illegale Migration in der zweiten Jahreshälfte ansteigen werde, so die deutschen Experten. Beteiligt am Analyse- und Strategiezentrum sind Vertreter von Bundespolizei, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Bundesnachrichtendienst und das Auswärtige Amt.

Neben dem Erreichen der italienischen Kapazitätsgrenze ebenfalls für den prognostizierten Anstieg der Asylwerber-Zahlen verantwortlich seien etwa die Überfahrten über die Mittelmeer-Route, die Asylpolitik in Skandinavien und grenzpolizeiliche Feststellungen im Juli, so die Experten laut "Welt am Sonntag".

Balkanroute nicht dicht

Weiterhin würden die meisten Asylsuchenden über die Balkanroute kommen. Diese ist damit offenbar weit weniger dicht als in der Öffentlichkeit bisher dargestellt. Auch hätten die Grenzkontrollen rund um den G20-Gipfel in Hamburg auf "ein großes Dunkelfeld im Bereich der illegalen Migration" hindeuten.

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Doskozil: "Österreich beobachtet Lage sehr genau"

"Der Bericht der deutschen Behörden ist ernst zu nehmen", sagt Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SP) zu "Heute". Auch Österreich beobachte die Lage "sehr genau", denn ein Jahr wie 2015 dürfe sich nicht wiederholen. Zur Bekämpfung der illegalen Migration arbeite man schon bisher sehr intensiv mit den Ländern entlang der Balkanroute zusammen. Diese Zusammenarbeit soll künftig noch verstärkt werden.

Man sei mit dem Innenministerium "eng abgestimmt", betont Doskozil. Denn auch wenn die Zahlen niedriger als 2015 seien: "Sie sind immer noch zu hoch." (bob)