Angespannte Situation

Illegales Klima-Camp in Wien – Polizei im Großeinsatz

Großeinsatz am Mittwoch in Wien-Landstraße: In St. Marx haben mehrere Aktivisten ein Klima-Camp errichtet – doch die Versammlung ist nicht angemeldet.
Maxim Zdziarski
09.04.2026, 11:11
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Mehrere Personen verschafften sich Zutritt zum Gelände und errichteten bei St. Marx ein Camp, sogar ein Hochstand wurde aufgebaut. Laut Polizei handelt es sich dabei um eine nicht rechtmäßig angezeigte Versammlung.

Polizei seit früh im Einsatz

Seit etwa 8 Uhr morgens ist die Wiener Polizei vor Ort, um das Camp aufzulösen. Die Lage gilt als dynamisch: Während einige Aktivisten freiwillig das Gelände verlassen, strömen immer wieder neue Personen nach. Die Polizei sichert mit WEGA-Kräften derzeit das gesamte Areal ab. Wann der Einsatz beendet werden kann, ist aktuell noch unklar.

"Lehnen fossile Großprojekte ab"

Die Klimaaktivisten machen klare Forderungen geltend: Sie sprechen sich gegen Sparmaßnahmen in den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit aus und lehnen fossile Großprojekte ab, die ihrer Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß sind. Stattdessen verlangen sie den Erhalt von Natur, Kultur und Menschlichkeit – für alle.

Greenpeace warnt vor neuer "Betonwüste" in St. Marx

Scharfe Kritik kommt von Greenpeace Österreich: Bodenschutz-Expertin Melanie Ebner sieht im geplanten Bau der Holding-Arena einen Rückschritt für die Stadt.

St. Marx sei derzeit ein wichtiger Treffpunkt und Bewegungsraum in einem dicht verbauten Gebiet. Statt die Fläche zu entsiegeln und mehr Grün für Mensch und Natur zu schaffen, werde nun gegen den Willen vieler Wiener eine weitere Event-Halle errichtet.

Ebner warnt: Wo heute noch Potenzial für Bäume, Bienen und Vögel bestehe, drohen künftig Baulärm und noch mehr Beton. Für sie ist klar, dass sich viele Menschen in Wien genau das Gegenteil wünschen – nämlich mehr Grünflächen statt zusätzlicher Verbauung.

Scharfe Kritik an Stadt Wien

Tatsächlich gilt das Areal als besonders wertvoll: Das Neu-Marx-Gelände wurde sogar zu einem der "Betonschätze 2025" gekürt. Der Ort wird aktuell vielfältig genutzt – als Veranstaltungsfläche, Treffpunkt und Freiraum für die Bevölkerung. Gerade deshalb ist der Widerstand gegen die geplante Arena groß.

Ein Aktivist der Initiative "Freifläche St. Marx" übt scharfe Kritik an der Stadt Wien: Diese habe den Kontakt zur Bevölkerung verloren und begegne zivilgesellschaftlichem Engagement zunehmend mit Härte. Für ein gewaltsames Vorgehen gegen Nutzerinnen und Nutzer der Fläche sowie deren Verdrängung gebe es aus seiner Sicht keinerlei Rechtfertigung.

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