Fussball

Ilzer zu Sturm? Das sagt Austria-Vorstand Stöger

Verlässt Christian Ilzer die Wiener Austria und heuert beim zweiten Krisenklub, Sturm Graz, an? Sportvorstand Peter Stöger tritt auf die Bremse.
Sebastian Klein
17.07.2020, 10:46

Die verkorkste Bundesliga-Saison endete für die Veilchen am Mittwochabend sinnbildlich mit einem torlosen Remis in Hartberg und einer Niederlage im Play-off um den Europacup (2:3 im Hinspiel). Der letzte Strohalm, um das Krisenjahr mit einem kleinen Hoch zu beenden - er ist jetzt auch dahin.

Dementsprechnd konsterniert präsentierte sich Austria-Sportvorstand Peter Stöger nach dem Spiel im Interview. Er kündigte an, dass sich kommende Saison "viel ändern muss". Ins Detail ging er dabei nicht. Er deutete aber an, dass Trainer Christian Ilzer mehr aus dem vorhandenen Spielermaterial herausholen muss.

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Große Sprünge auf dem Transfermarkt sind bekanntlich nicht möglich. Die Austria war schon vor der Corona-Krise durch fehlende Europacup-Geld, die ausbleibende Millionenzahlung eines Großsponsors und hohe Mehrkosten durch den Stadionumbau und das S.T.A.R.-Projekt in finanziellen Nöten. Durch den langen Stillstand und die folgenden Geisterspiele hat sich die Lage weiter verschärft. Der gesuchte Investor (kolportierte 10 Millionen Euro für 49,9 Prozent des Klubs) ist noch nicht gefunden.

Stöger: "Ilzer hat noch Vertrag, das heißt bei uns was." In einer normalen Saison wäre der Trainer nach anhaltender Misere wohl längst Geschichte. Normal ist bei den Veilchen heuer aber ein Fremdwort. So gehen die Wiener mit ihrem Klub voraussichtlich auch in die kommende Spielzeit, die am 11. September starten wird. Das, obwohl bei Stögers Aussagen zwischen den Zeilen durchklingt, dass neben der Qualitätsfrage der Spieler auch der Coach mit seinen Lösungsansätzen in der Saison 2019/20 nicht entsprochen hat. Wenngleich ihn Stöger in Schutz nahm: "Ich glaube auch, dass er unsere Vorgaben umsetzen kann."

Ilzer zu Sturm?

Daran dürfte auch angebliche Annährungsversuche von Sturm Graz nichts ändern.

Dieses Gerücht hatte die "Krone" Anfang Juli nach dem Rauswurf von Nestor El Maestro bei Sturm lanciert. Demnach wäre neben Markus Schopp und Heimo Pfeifenberger auch Ilzer ein Anwärter auf die vakante Stelle, hieß es. Nun zerstreut das Blatt die Spekulationen selbst, indem es Stöger zum Thema zitiert.

Stöger: "Es gab ja bis jetzt nicht einmal eine Anfrage aus Graz ..."

Ganz ausgeschlossen ist Ilzers fliegender Wechsel zwischen den Krisenklubs damit nicht. Die Austria machte aus der Ausstiegsklausel im bis 2022 laufenden Vertrag des Trainers kein Geheimnis. Diese ist durch das Verpassen des Europacups in Kraft getreten. Mit Platz sieben hat Ilzer heuer keine Werbung in eigener Sache gemacht. Für ihn sprechen seine Leistungen bei den früheren Stationen Wolfsberg und Hartberg. Die Kärtner führte er mit Bundesliga-Rang drei bis in den Europacup - mit vergleichsweise geringeren Mitteln als am Verteilerkreis. Mit Hartberg war er aufgestiegen.

Sturm beendete die Meisterrunde nach enttäuschenden Leistungen auf Platz sechs.