Tottenham reagiert auf die sportliche Talfahrt und setzt nun gezielt auf mentale Hilfe. Nach 15 sieglosen Liga-Spielen und dem Absturz auf Rang 18 wollen die Spurs einen Performance-Psychologen für die Kampfmannschaft verpflichten. Trainer Roberto De Zerbi hatte zuletzt selbst klargemacht, wo das Hauptproblem liegt: "Wir müssen die Mentalität ändern." Der Italiener, erst seit Ende März im Amt, holte aus zwei Spielen nur einen Punkt und sieht vor allem im Kopf der Spieler Nachholbedarf.
Wie ernst die Lage ist, zeigt auch die letzte Stellenausschreibung des Klubs. Gesucht wird bei "LinkedIn" ein "herausragender Performance-Psychologe", der die Profis individuell betreut und gleichzeitig mit Trainer- und Betreuerstab arbeitet. Ziel sei es laut Tottenham, eine "leistungsorientierte, psychologisch geprägte Teamkultur" zu entwickeln. Der Kandidat müsse dabei "glaubwürdig, diskret und hochwirksam" im Premier-League-Umfeld agieren und das Vertrauen der Spieler gewinnen.
Die Krise ist längst nicht nur statistisch sichtbar, sondern auch innerhalb der Mannschaft spürbar. Verteidiger Micky van de Ven gab offen zu: "Es ist mental schwer zu akzeptieren." Seit Dezember wartet Tottenham auf einen Sieg, im Jahr 2026 gelang noch kein Heimerfolg. Fünf Spiele bleiben, um den Absturz in die Championship abzuwenden – der Druck ist enorm.
Wie aufgeheizt die Situation ist, zeigt auch der jüngste Vorfall rund um ÖFB-Teamspieler Kevin Danso. Nach seinem Patzer beim 2 zu 2 gegen Brighton wurde der Verteidiger im Netz rassistisch beschimpft. Tottenham reagierte mit deutlichen Worten und sprach von "abscheulichem, entmenschlichendem Rassismus", der eine Straftat darstelle. Gemeinsam mit den Behörden will der Klub die Täter ausfindig machen, solches Verhalten werde nicht toleriert. Danso erhält dabei die volle Unterstützung des Vereins.