Im April war es sonniger als im Sommer

Der April hat nicht viel gezeigt, von dem was wir landläufig unter Aprilwetter verstehen. In Summe war der Monat besonders im Westen viel zu warm und teils rekordsonnig.
Der April 2020 war von zahlreichen Hochdrucklagen geprägt. Der Monat schließt mit einer Abweichung von +2,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel als 11. Monat in Folge zu warm ab und war außergewöhnlich sonnig.

Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale wurden besonders in Kärnten zahlreiche neue Sonnenscheinrekorde aufgestellt, landesweit war der April sonniger als ein durchschnittlicher Sommermonat. Niederschlag war mit wenigen Ausnahmen hingegen Mangelware.

Der April 2020 hat mit unterdurchschnittlichen Temperaturen begonnen, mancherorts wie beispielsweise in Freistadt, Wiener Neustadt oder auch Bad Bleiberg wurden sogar neue Kälterekorde aufgestellt. Nach dem frostigen Beginn sorgten zahlreiche Hochdruckgebiete aber für sonniges und mildes Frühlingswetter, so gab es am 10. April in Hermagor den ersten Sommertag des Jahres, also etwa drei Wochen früher als im Klimamittel.

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In Summe war der Monat landesweit etwa +2,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. "Besonders markant fallen die Abweichungen im Westen aus, so beträgt die Abweichung zum Klimamittel im Tiroler Wipptal und im Bregenzerwald teils sogar über +4 Grad", analysiert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. Im Osten und Südosten lagen die Abweichungen meist bei 1 bis 1,5 Grad, vom östlichen Weinviertel bis in den Seewinkel vereinzelt auch geringer.

Verbreitet zu trocken

Mit wenigen Ausnahmen war der April durch anhaltende Trockenheit gekennzeichnet. Landesweit gab es weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge, besonders im östlichen Flachland und in Oberkärnten wurde teils nur 10 bis 15 Prozent der Solls erreicht.

Nur lokal haben Schauer und Gewitter in der Weststeiermark für überdurchschnittliche Niederschlagsmengen gesorgt. In manchen Regionen war der April 2020 somit vergleichbar trocken wie im Jahre 2009, noch trockener war in der jüngeren Vergangenheit allerdings der April 2007.

Außergewöhnlich sonnig

Dank der häufigen Hochdrucklagen hat die Sonne im April verbreitet Überstunden geleistet. Besonders in Kärnten wurden an mehreren Wetterstationen neue Sonnenscheinrekorde aufgestellt, aber auch in der Steiermark sowie in Ober- und Niederösterreich gibt es neue Bestmarken.

Anbei eine Auswahl:

Kärnten: Klagenfurt, Villach, Dellach, Fresach, Kanzelhöhe, Millstatt, Flattnitz, Ferlach

Steiermark: St. Radegund, Schöckl

Salzburg: St. Michael im Lungau

Oberösterreich: Reichersberg, Aspach, Reichenau/Mühlkreis

Niederösterreich: Amstetten, Retz, Hohenau, Langenlois, Laa/Thaya

Sonniger als im Sommer

Im gesamten Land gab es im vergangenen Monat mehr Sonnenstunden als in einem durchschnittlichen Sommermonat. "In Klagenfurt schien die Sonne in diesem April ganze 300 Stunden lang, das sind fast 50 Stunden mehr als im durchschnittlich sonnigsten Monat des Jahres Juli zu erwarten sind", so Spatzierer.

Der bisherige Rekord lag hier bei 284 Sonnenstunden im April 2007. Viel Sonne gab es auch auf den Bergen, so wurden am Sonnblick 252 Sonnenstunden gemessen, also fast doppelt so viel wie üblich.

Der meteorologische Frühling endet zwar erst am 31. Mai, das Soll an Sonnenstunden wurde mancherorts aber bereits erreicht. So gibt es in Hohenau an der March in einem normalen Frühling 540 Sonnenstunden, dieser Wert wurde bereits am 29. April erreicht, also mit einem Monat Vorsprung.

Extremwerte April 2020

Höchste Temperaturen

27,8 Grad Dellach (K, 18.)

27,4 Grad Hermagor (K, 18.)

27,1 Grad St. Andrä/Lavanttal (K, 18.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

-13,7 Grad Flattnitz (K, 1.)

-13,0 Grad St. Jakob / Defereggen (T, 1.)

-12,8 Grad St. Leonhard im Pitztal (T, 1.)

Tiefste Temperaturen unter 800 m Seehöhe

-11,1 Grad Puchberg am Schneeberg (NÖ, 1.)

-10,2 Grad Gars am Kamp (NÖ, 2.)

-9,3 Grad Summerau (OÖ, 2.)

Max. Sommertage (Höchstwert mind. 25,0 Grad)

4 Villach (K), Güssing (B), Bad Radkersburg (ST)

3 Innsbruck (T), Ritzing (B), Hermagor (K)

2 u.a. Wien, St. Pölten, Graz, Eisenstadt, Klagenfurt

Vorläufig nasseste Orte

71 Liter pro Quadratmeter Preitenegg (K)

70 Liter pro Quadratmeter Unterach am Attersee (OÖ)

64 Liter pro Quadratmeter Reutte (T)

Vorläufig trockenste Orte

2 Liter pro Quadratmeter Podersdorf, Ritzing (B), Kals am Großglockner (T)

3 Liter pro Quadratmeter Mörbisch, Mattersburg, Bruckneudorf (B), Seibersdorf (NÖ)

Absolut sonnigste Orte

323 Sonnenstunden Mörbisch (B)

321 Sonnenstunden Hohenau, Bruckneudorf (NÖ)

319 Sonnenstunden Zwerndorf (NÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen

90 km/h Linz Hörsching (OÖ, 13.)

83 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 28.)

81 km/h Hohenau, Retz (NÖ, 13.)

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