Gegen vier Personen aus dem Umfeld der An'Nur Moschee in Winterthur hat die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ein Strafverfahren eröffnet. Der Grund: "Wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit", sagt Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich. Es seien konkrete Hinweise bei der Polizei eingegangen.
Gegen vier Personen aus dem Umfeld der An'Nur Moschee in Winterthur hat die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ein Strafverfahren eröffnet. Der Grund: "Wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit", sagt Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich. Es seien konkrete Hinweise bei der Polizei eingegangen.
Laut der Staatsanwaltschaft hat ein äthiopischer Imam in der Moschee im Rahmen seiner öffentlichen Predigt vom 21. Oktober 2016 zum Mord an denjenigen Muslimen aufgerufen, die sich weigern, an den gemeinsamen Gebeten in der Moschee teilzunehmen. Zudem soll er die Anwesenden aufgefordert haben, diese Muslime zu denunzieren. Die Rolle der weiteren Beschuldigten im Zusammenhang mit der Predigt ist laut der Staatsanwaltschaft unklar und Gegenstand der laufenden Untersuchung.
Laut Informationen der Zeitung "Tages-Anzeiger" könnte es sich bei dem Imam um den neuen Prediger der Moschee handeln, der Shaik Abdurrahman genannt wird und auf Hocharabisch predigt.
Im Rahmen des Strafverfahrens hat die Staatsanwaltschaft zusammen mit der Polizei am Mittwoch in den frühen Morgenstunden Hausdurchsuchungen in der An'Nur Moschee in Winterthur-Hegi und bei drei Personen aus dem näheren Umfeld der Moschee durchgeführt. Die drei Beschuldigten sowie der in der Moschee angetroffene mutmaßliche äthiopische Imam werden der Staatsanwaltschaft zur Befragung zugeführt. Laut Sprecherin Bouvard wurde "verschiedenes sichergestellt".
"Polizei observierte Moschee seit Tagen"
Laut einem Anwohner war mit der Polizeiaktion zu rechnen: "Die Polizei hat die Moschee seit Tagen observiert. Es waren meist Zivilautos", sagt er. Und: "Seit einer Weile kamen nur noch wenige Leute in die Moschee."
Die An'Nur-Moschee ist jenes Deutschschweizer Gotteshaus, das zuletzt für am meisten negative Schlagzeilen sorgte. Dort verkehrt eine Reihe von Jugendlichen und meist jungen Erwachsenen, die später in den sogenannten Islamischen Staat (IS) nach Syrien und in den Irak zogen. Zudem wurden dort immer wieder radikale Predigten gehalten.
Radikale Prediger
Der Imam Shaik Abdulrahman ist erst seit kurzem Vorbeter in Winterthur, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Der Prediger soll im Industriegebäude leben und bereits durch radikale Predigten aufgefallen sein. Auch seine Vorgänger sorgten für negative Schlagzeilen: So enthielten die Predigten des Shaik Wail, der ab Frühjahr 2016 im Einsatz stand, extremistische Stellen. Dies zeigten Recherchen eines Undercoverjournalisten für die SonntagsZeitung. Shaikh Wail wurde erst kürzlich als Imam abgesetzt – gemäß den Verantwortlichen aus finanziellen Gründen. Abdulrahman ist sein Nachfolger.