Nach den Terroranschlägen in Paris in der Nacht auf Samstag laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Aktuelle Zahlen sprechen von 129 Todesopfern, 352 Menschen sind verletzt. Immer mehr Details über die Attentäter werden bekannt: Bei Hausdurchsuchungen am Samstag in Belgien gab es fünf Verhaftungen, mindestens ein Attentäter ist französischer Staatsbürger. Ein anderer mischte sich offenbar unter die Flüchtlinge und reiste mit einem falschen syrischen Pass durch mehrere europäische Länder.
Neben den sieben Attentätern, sind die französischen Behörden auch damit beschäftigt, die Leichen zu identifizieren. Bisher wurden 103 Menschen aus 16 Nationen erkannt, 20 bis 30 Tote sind noch nicht identifiziert.
Tiroler außer Lebensgefahr
Der schwer verletzte Tiroler, der im Konzertsaal Bataclan in den Bauch geschossen wurde, ist mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr. Er befindet sich in einem Pariser Krankenhaus, seine Familie flog am Samstag nach Paris. Sie alle werden psychologisch betreut.
Verhaftungen in Belgien
Bei Razzien im Brüsseler Stadteil Molenbeek wurden fünf Verdächtige verhaftet, von denen angenommen wird, im Zusammenhang mit den Attacken in Paris zu stehen. Die Brüsseler Bürgermeisterin nimmt an, dass es sich um ein Netzwerk handelt.
Zweites Auto entdeckt - Terroristen auf der Flucht?
Im Pariser Vorort Montreuil wurde in der Nacht auf Sonntag ein zweites Fluchtauto entdeckt, nach dem seit der Sichtung vor einer attackierten Bar gefahndet wurde. Im Auto fand die Polizei drei Kalaschnikows. Der Fund legt die Vermutung nahe, dass eines der drei Terroristenkommandos, die die Attacken durchführten, noch auf der Flucht ist.
Attentäter identifiziert
Im Laufe des Sonntages wurden immer mehr Details zu den Identitäten der Attentäter bekannt. Polizeilich bestätigt ist lediglich die Identität des 29-jährigen algerischstämmigen Franzosen Omar Mostefai, der der Polizei bisher nur mit kleineren Verbrechen aufgefallen war.
Ein Terrorist kam mit dem Flüchtlingsstrom
Einer der Terroristen, die sich vor dem Stade de France in die Luft sprengten, hat sich allen Anschein nach als Flüchtling ausgegeben und nach einer Bootsfahrt auf der griechischen Insel Leros registrieren lassen. Er nannte einen falschen Namen und behauptete aus Syrien zu sein, woraufhin er einen speziellen Notpass für Flüchtlinge ausgestellt bekam.
Er reiste auf der Flüchtlingsroute durch Europa, das letzte bestätigte Land in dem der Pass registriert wurde, war Ungarn. Die Fingerabdrücke des toten Terroristen von Paris stimmen mit jenen des falschen Passes überein. Das berichtet der Sender "CNN" unter Berufung auf eine französische Senatorin.
Der Rundfunksender RTBF berichtete am Sonntagnachmittag, dass zwei der Terroristen aus Brüssel stammen, "Le Figaro" meldet, dass es sich um zwei französische Staatsbürger handelt, die in Belgien gemeldet waren.
Ein weitere Attentäter französischer Herkunft befand sich nicht unter den sieben getöteten Terroristen. Er soll beim Anschlag auf den Musikclub "Bataclan" einen VW Polo gemietet haben.
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