Autofasten im Trend

Immer mehr Österreicher verzichten aufs Autofahren

Immer mehr Menschen in Österreich verzichten auf das Auto und gehen zu Fuß – besonders in Vorarlberg steigt der Anteil der Fußgänger stark.
Österreich Heute
17.02.2026, 13:22
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In Österreich gibt es rund 1,8 Millionen Menschen ab 16 Jahren, die nie ein Auto lenken. Weitere 810.000 setzen sich nur selten hinters Steuer. Das zeigt eine aktuelle Analyse vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria. Je nach Alter und Bundesland unterscheidet sich der Anteil derer, die wenig oder gar nicht Auto fahren, deutlich.

Bei den 40- bis 50-Jährigen verzichten 25 Prozent komplett oder fast immer aufs Autofahren. In der Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen sind es schon 30 Prozent, bei den 20- bis 30-Jährigen sogar 41 Prozent. Am höchsten ist der Anteil bei den 16- bis 19-Jährigen – hier lenken 70 Prozent nie oder selten ein Auto, so der VCÖ. In der Generation 70 plus sind es 44 Prozent.

Große regionale Unterschiede

Wie der ORF berichtet, gibt es auch große regionale Unterschiede. In Vorarlberg verzichten 34 Prozent, in Tirol und Salzburg jeweils 33 Prozent auf das Lenken eines Autos. In Niederösterreich sind es hingegen nur 22 Prozent. Ohne Wien betrachtet, liegt Vorarlberg beim Anteil der selten oder nie Autofahrenden im Bundesländer-Vergleich an der Spitze, gefolgt von Salzburg und Tirol.

Konkret lenken in Vorarlberg 61.000 Menschen ab 16 Jahren nie ein Auto, weitere 53.000 fahren selten. Das ist ein deutlicher Anstieg – gegenüber 2019 sind es um rund 19.000 mehr, zeigt die aktuelle VCÖ-Analyse.

Städte mit weniger Autos

In den westlichen Bundesländern ist auch der Anteil jener am höchsten, die oft mit Öffis oder dem Fahrrad unterwegs sind – zumindest außerhalb von Wien. "Das Mobilitätsangebot hat großen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten, ebenso die Siedlungsstruktur. Kompaktere Siedlungsstrukturen erleichtern es der Bevölkerung mehr Alltagswege autofrei zurückzulegen, während Zersiedelung vom Auto abhängig macht", erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Deshalb ist der Anteil der Menschen, die nie oder selten Auto fahren, in Städten und Ballungsräumen besonders hoch.

Jetzt in der Fastenzeit startet die Aktion "Autofasten". Sie steht heuer unter dem Motto "Fair zu Fuß unterwegs". Der VCÖ unterstützt die Initiative der katholischen und evangelischen Kirchen und ruft zur Teilnahme auf. "Gehen ist die gesündeste, kostengünstigste und umweltfreundlichste Mobilität. Das Potenzial, dass mehr zu Fuß gegangen wird, ist groß. Immerhin ist rund jede zehnte Autofahrt in Gehdistanz", so VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Viele Vorarlberger zu Fuß unterwegs

Gehen ist in Vorarlberg laut VCÖ sogar die häufigste Mobilitätsform. 217.000 Vorarlberger ab 16 Jahren – das sind zwei Drittel der Bevölkerung – gehen täglich im Alltag zu Fuß. Weitere 65.000, also 19 Prozent, sind mehrmals die Woche zu Fuß unterwegs.

Österreichweit sind zwei Drittel der Menschen täglich zu Fuß unterwegs. Den höchsten Anteil gibt es in Wien mit 73 Prozent, gefolgt von Salzburg und Kärnten mit je 70 Prozent, informiert der VCÖ.

Fußgängerfreundlicher Verkehr wird gefordert

Der VCÖ fordert, dass Gemeinden und Städte laufend für bessere Bedingungen für Fußgänger sorgen. Eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung sei wichtig. Auch die Siedlungsstruktur und die Entwicklung der Orte spielen eine große Rolle.

Wo die Nahversorgung und soziale Infrastruktur gut sind, gehen mehr Menschen zu Fuß und die Ortskerne sind lebendiger. Wenn viele Alltagswege zu Fuß, mit dem Rad oder Öffis erledigt werden können, ist das nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch deutlich günstiger, betont der VCÖ.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.02.2026, 13:24, 17.02.2026, 13:22
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