Welt

Immer mehr syrische Flüchtlinge verkaufen Niere

Die Armut unter den Syrern ist so verheerend, dass sie sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Für ihre Organe werden sie derzeit noch gut bezahlt.
Heute Redaktion
14.09.2021, 15:25

Materielle Not und Armut zwingen laut Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" immer mehr syrische Flüchtlinge im Libanon dazu, eine Niere oder andere Körperteile an Organhändler zu verkaufen. Derzeit erhält ein Spender rund 7.000 Dollar (5.237 Euro) für eine Niere. Die Armut unter den Flüchtlingen ist so groß, dass es einen regelrechten Andrang von Verkaufswilligen gibt.

Starkes Angebot lässt Preis sinken

Dieser Umstand hat bereits ein Sinken der Schwarzmarktpreise für Nieren nach sich gezogen. Die meisten Kunden, die zwischen 12.000 und 15.000 Dollar für eine Niere zahlen sollen, sind Ausländer aus den Golfstaaten, aber auch aus den USA und Europa, so der Mittelsmann.

800.000 Flüchtlinge am "Markt"

Der Libanon bietet ideale Bedingungen für den internationalen Organhandel. Mehr als 800.000 syrische Flüchtlinge, von denen viele unter akuter Geldnot leiden, treffen hier auf zum Teil sehr reiche Kunden. Vor allem aber müssen die Organhändler keine staatlichen Kontrollen fürchten. "Das ist genau die Kombination, die Organhandel blühen lässt", zitiert "Der Spiegel" Luc Noël, den Transplantationsexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.

Hat Assad doch noch Chemiewaffen?

Der aktuelle Stand in Sachen Chemiewaffen ist nicht ganz klar. Auf der einen Seite sollen die tödlichen Waffen des Regimes Bashar al Assad vernichtet worden sein. Auf der anderen Seite zweifelt der Westen daran, dass der Diktator der OPCW (Organisation für das Verbot chemischer Waffen) eine vorgelegt hat.

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