Immobilien: Gutes Jahr für Käufer und Mieter

Bild: Leserreporter Heinz Poller

Käufer von Immobilien und teils auch Neumieter von Wohnungen dürfen sich 2015 über sinkende Preise freuen, weil das Angebot steigt. In zentralen Lagen und im untersten Preissegment könnten die Mieten am freien Markt dagegen wegen starker Nachfrage anziehen, teils auch die Kaufpreise. Die stärksten Preisrückgänge sehen die Makler von Re/Max bei Geschäftslokalen, Büros, Firmenobjekten.

"Für Käufer und Mieter wird 2015 ein gutes Jahr. Die Zeiten der steigenden Preise sind weitgehend vorbei", sagte Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer am Mittwoch: "Speziell Gewerbeimmobilien-Mieter sind in einer sehr guten Verhandlungsposition."

Markt dreht sich zugunsten der Mieter

Über alle Kategorien dürfte das Preisniveau 2015 bundesweit um mehr als 2 Prozent nach unten rauschen statt im gleichen Ausmaß nach oben gehen, "wie es eigentlich gesund wäre", meinte Managing Director Anton Nenning unter Verweis auf die aktuelle Einschätzung aller 500 Re/Max-Makler von November. "Je höher der Preis, desto eher dürfte er nachgeben", so Nenning.

Der Markt drehe sich weiter zugunsten von Käufern und Mietern. Insgesamt dürfte das Angebot um 2,4 Prozent steigen, die Nachfrage um 0,1 Prozent nachlassen und das Preisniveau kräftig um 2,3 Prozent nachgeben, betrachtet man Wohnen und Gewerbe in Stadt und Land gemeinsam.

Nur "billige" Wohnungen werden teurer

Für das oberste Preissegment rechnen die Experten im Schnitt mit 3,8 Prozent Preisrückgang, da die Nachfrage um 4,9 Prozent sinken und das Angebot um 0,8 Prozent wachsen dürfte. Im mittleren Segment wird eine stabile Nachfrage (+0,1 Prozent), ein um 1,9 Prozent höheres Angebot und 1,8 Prozent tiefere Preise gesehen.

Nur im untersten Preissegment dürften die Preise leicht - um 0,3 Prozent - anziehen, dafür soll eine um 5,8 Prozent kletternde Nachfrage bei nur 1,9 Prozent zusätzlichem Angebot sorgen. Welche Absolutpreise in welches Segment fallen, ist regional höchst unterschiedlich, deshalb werden dazu gar keine Eurobeträge erhoben.

Stadt-Land-Gefälle

Bei Wohnungen zeigt sich ein klares Stadt-Land-Gefälle, doch dürfte auch in den Ballungsräumen mit der starken und stetigen Preisaufwärtsentwicklung Schluss sein. Lediglich für zentrale Lagen prognostizieren die Re/Max-Makler ein Anziehen der Preise für Eigentum um 2,5 Prozent bzw. der Mieten um 3,1 Prozent, während sich am Stadtrand Eigentum um 0,9 Prozent verbilligen und die freie Wohnungsmiete nur um 0,4 Prozent verteuern dürfte.

Wohnen in Landgemeinden wird immer erschwinglicher - dort lässt sich auch der Traum von den eigenen vier Wänden am ehesten verwirklichen, sofern die Bank beim Kredit mitspielt: Eigentum soll dort heuer um 3,9 Prozent günstiger werden und neue Mietverträge um 2,6 Prozent billiger. Kreditfinanzierungen seien aber "viel restriktiver" geworden, "hören wir immer wieder", meinte Nenning.

Wien wird 2,7 Prozent billiger

In Wien dürften sich Wohnungen, wie auf Bundesebene, nur im untersten Preissegment verteuern (+1,4 Prozent), während die Preise im mittleren um 2,6 und im oberen sogar um 3,8 Prozent nachgeben dürften, Eigentum und Miete zusammen. In zentralen Lagen dürfte Wohnen leicht teurer und am Stadtrand etwas günstiger werden, vermutet Reikersdorfer. Baugrundstücke in der Bundeshauptstadt seien rar und würden daher teurer.

Alle Immo-Kategorien zusammen würden sich in Wien 2015 voraussichtlich um 2,7 Prozent verbilligen, weil das Angebot um 3,4 Prozent steige und die Nachfrage um 0,4 Prozent abnehme, so der Re/Max-Austria-Geschäftsführer.

Massive Preiseinbrüche bei Gewerbe-Immobilien

Massive Preiseinbrüche im Ausmaß von 5,4 bis 7,1 Prozent zeichnen sich nach Meinung der Makler bei Gewerbe-Immobilien ab. Geschäftslokale dürften um 5,7 Prozent günstiger anzumieten sein - ausgenommen Top-Lage und Shopping-Center. Für Büroflächen wird ein Preisrutsch von 5,2 Prozent erwartet. Und Firmengebäude und Betriebsgrundstücke dürften sich um je 4,7 Prozent verbilligen.

Voriges Jahr dürften in Österreich rund 93.000 Immobilien den Eigentümer gewechselt haben, nach 84.447 im Jahr 2013, schätzt Re/Max. Die Detailauswertung der Verbücherungen im Grundbuch werde noch bis März dauern. Die Zahl der Transaktionen sei 2014 vermutlich wieder auf das Ausmaß von 2012 und 2010 gestiegen; in allen Bundesländern außer dem Burgenland habe es zweistellige Zuwächse gegeben; in Wien, Tirol, Salzburg und Kärnten habe der Anstieg sogar rund 20 Prozent betragen.

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