Wien

Verdächtiger (21) im Impfbetrug bleibt weiter in U-Haft

Der Hauptverdächtige soll im großen Stil gefälschte Impfzertifikate an Impfgegner verteilt haben. Jetzt wurde die Untersuchungshaft verlängert. 
Heute Redaktion
10.02.2022, 15:44

Der Impf-Betrug in der größten Impfstraße Österreichs schlägt weiterhin hohe Wellen. Wie jetzt bekannt wurde, soll die Untersuchungshaft für den 21-jährigen Hauptverdächtigen verlängert worden sein. Dem Mann wird vorgeworfen, zahlreiche gefälschte Impfnachweise im Wiener Austria Center aufgestellt zu haben. Bis zu 650 Euro sollen dafür verlangt worden sein.

Hilfe bekam der wegen Betrugs vorbestrafte Mann nach derzeitigem Ermittlungsstand von einer Komplizin und weiteren noch unbekannten Mittätern. Gemeinsam mit der 21-Jährigen soll er zahlreiche falsch abgestempelte und unterschriebene Covid-19-Impfzertifikate samt Eintragung in den Grünen Pass hergestellt haben.

Komplizin vermittelte neue Kunden

Die junge Frau, die sich derzeit noch auf freiem Fuß befindet, soll selbst die erste Kundin des Beschuldigten gewesen sein. Nachdem er ihr Ende des Jahres auch einen Eintrag der ebenfalls nicht erfolgten Booster-Impfung verschaffte, soll die Frau weitere Kunden an den Impf-Mitarbeiter vermittelt haben.

Dem 21-Jährigen, der beim für die Impfstraße verantwortlichen Arbeiter Samariterbund Österreich (ASBÖ) angestellt war, wird Urkundenfälschung und vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten zur Last gelegt. Die Ermittler konnten bei ihm 230 Covid-Impfaufkleber, druckfrische Impfpässe, Notizen zu Chargennummern und Stempel des Wiener Gesundheitsdiensts und des Austria Centers sicherstellen. Das Wiener Landesgericht hat als Haftgrund Tatbegehungsgefahr angenommen.

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