Professor enthüllt: Ansteckungen trotz Corona-Impfung

Der Weststeirer Florian Krammer, Professor für Impfstoffforschung an der medizinischen Universität des Mount Sinai Hospitals in New York
Der Weststeirer Florian Krammer, Professor für Impfstoffforschung an der medizinischen Universität des Mount Sinai Hospitals in New YorkMount Sinai Health System
Der Virologe Florian Krammer erklärt im Ö3-"Frühstück bei mir", wie sicher der neue Corona-Impfung ist und wann die Masken endlich fallen dürfen.

Diese Woche wurde der Corona-Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer in Großbritannien als erster Covid-19-Impfstoff im europäischen Raum zugelassen. Im Jänner 2021 soll in Österreich die Impfkampagne gestartet werden. Für den Virologen Florian Krammer ein erster, großer Schritt in Richtung Normalität: "Die Masken werden wahrscheinlich im späten Frühjahr fallen können."

Normales Familienleben rückt näher

"Wir werden das Virus zwar nicht eliminieren, aber wenn es weniger Fälle gibt, ist das kein Problem", macht der Professor für Impfstoffforschung an der medizinischen Universität des Mount Sinai Hospitals in New York im Ö3-"Frühstück bei mir" Hoffnung. 

Noch dazu, so der Experte, werde man im privaten Bereich die Auswirkungen der Impfung schneller merken können als im öffentlichen Leben. "Wenn ich Großeltern habe, die zur Hochrisikogruppe gehören, werden diese rasch geimpft. Dann kann man mit denen recht schnell zum normalen Leben in der Familie zurückkehren", so Krammer.

Trotz Impfung Ansteckung möglich

Derzeitigen Studien zufolge, soll es bereits sechs Wochen nach der ersten (von zwei) Impfungen einen Impfschutz geben. Aber: "Der Impfstoff schützt vor der Erkrankung, aber wahrscheinlich weniger gut vor Infektionen." Heißt im Klartext: Geimpfte können Ungeimpfte noch immer mit Covid-19 anstecken und bei ihnen Symptome ausbrechen lassen.

Der Grund liegt darin, dass durch die Impfung Corona-Antikörper in die Blutbahn geraten, welche zur Lunge transportiert werden und diese schützen. Die oberen Atemwege werden jedoch nicht erreicht, dazu würde es beispielsweise einer Schluckimpfung - wie wir sie von der Polio-Impfung kennen - oder eines Nasensprays bedürfen. "Es laufen Untersuchungen, inwieweit durch die Impfung asymptomatische Infektionen verhindert werden können. Doch es gibt die Chance, dass man wen ansteckt, auch wenn man selbst nicht krank ist."

Gibt es Nebenwirkungen?

Auch in diesem Punkt ist die Forschung erst am Beginn. "Seltene, aber gefährliche Nebenwirkungen hat man bislang noch keine gefunden. Diese können aber auch erst auftreten, wenn man sehr viele Menschen impft. Das gab es auch bereits bei der Influenza- oder Polio-Impfung, wo bei ein bis drei Menschen aus einer Million Geimpfter Nebenwirkungen aufgetreten sind."

Darüber hinaus weist Krammer auf das Risiko kurzfristiger, aber unangenehmer Nebenwirkungen der Corona-Impfung wie z.B. Kopfschmerzen oder erhöhte Temperatur hin - "ein Zeichen, dass das Immunsystem reagiert", so der Virologe.

Da es sich bei dem Impfstoff um ein sehr junges Produkt handelt, ist auch noch unklar, wie lange der Impfschutz anhält. "Es ist anzunehmen, dass man nach ein paar Jahren eine Auffrischungsimpfung braucht", erklärt Krammer.

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