Coronavirus

7 Gruppen – wann du bei der Corona-Impfung drankommst

Noch ist das Corona-Vakzin ein knappes Gut. Deshalb sollen Österreicher nun je nach Risiko in sieben Gruppen eingeteilt werden. 
Roman Palman
29.12.2020, 17:52

Das Nationale Impfgremium hat kurz nach Weihnachten seine Empfehlungen zum weiteren Fahrplan der Corona-Impfungen in Österreich abgegeben. In dem Dokument wird detailliert eine Priorisierung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen beschrieben. "Wir wollen jene, die am akutesten in einer Risikosituation sind, vorrangig behandeln", erklärte dazu auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag.

Empfehlung

"Die Priorisierung aus medizinisch-fachlicher Sicht wird empfohlen, um jene Personen frühestmöglich mit Impfstoffen gegen Covid-19 zu schützen, welche entweder ein besonders hohes Risiko haben, schwer zu erkranken oder zu versterben oder welche ein besonders hohes beruflich bedingtes Ansteckungsrisiko bei gleichzeitiger Systemrelevanz (Gesundheitspersonal, Pflege, etc.) haben", wird durch die APA aus dem Report des Impfgremiums zitiert. 

Das Ziel ist es, mit dieser Priorisierung sicherzustellen, dass unter Berücksichtigung eingeschränkter Impfstoff-Verfügbarkeit die Krankheitslast durch Covid-19 reduziert wird, schwere Fälle und Todesfälle vermieden werden und das Gesundheitssystem sinnvoll, gerechtfertigt und auch ethisch vertretbar eingesetzt werden."

Gleichzeitig weisen die Experten aber darauf hin, dass ihre Empfehlung sich mit den laufenden Beobachtungen und neuen Daten ändern könne und deshalb ihr Papier als "lebendes Dokument" anzusehen sei.

Mit dem aktuellen Ist-Stand wird zwischen sieben Kategorie unterschiedlicher Priorität unterschieden, diese bestimmt auch die Impfreihenfolge. Die Zuordnung erfolge nach anerkannten Risikofaktoren wie Vorerkrankungen. Eine Liste aller hierfür relevanter Leiden findest du am Ende des Artikels.

Ausgenommen sind nur Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren und Schwangere sowie Stillende. Sie werden nicht geimpft. Die sieben Prioritätsstufen im Detail:

1) Priorität "sehr hoch"

Dabei handelt es sich um Menschen über 80 Jahre, Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen sowie Personal im Gesundheitsbereich mit besonders hohem Expositionsrisiko und engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen.

2) Priorität "hoch"

In diese Kategorie fallen Personen im Alter zwischen 75 und 79 Jahren sowie Personen mit Vorerkrankungen und besonders hohem Risiko (wie etwa Trisomie 21 oder Organtransplantierte) sowie deren engste Kontaktpersonen. Ebenso werden hier Gesundheitspersonal mit hohen Expositionsrisiko wie Ärztenotdienste und niedergelassene Hausärzte und Pflegekräfte zugeordnet.

3) Priorität "erhöht"

Menschen im Alter von 70 bis 74 Jahren sowie Personen mit Vorerkrankungen und mit erhöhtem Risiko wie etwa Adipositas, chronische Nierenerkrankung oder Lebererkrankungen, Diabetes Mellitus, HIV-Infektion, koronare Herzkrankheit oder Krebs und deren betreuende Personen.

In diese Kategorie fallen auch Asylwerber in Unterkünften, Personen in Obdachloseneinrichtungen, Gefängnisinsassen sowie das Personal in diesen Einrichtungen.

In die dritte Gruppe fallen auch Sozialhelfer, Seelsorger und Bestatter. Auch enge Kontaktpersonen von Schwangeren wegen des schweren Krankheitsverlaufes bei Schwangeren sowie medizinisches Personal mit moderatem Expositionsrisiko werden hier angeführt. 

4) Priorität "moderat erhöht"

Personen im Alter von 65 und 69 Jahren und Personal im Gesundheitsbereich mit geringem Expositionsrisiko. Auch das Personal von Schulen, Kindergärten, Kinderkrippen und -tagesstätten befindet sich ebenso in dieser Kategorie wie Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen und Beschäftigte in der essenziellen Infrastruktur aus Bundesheer, Polizei, Feuerwehr, Öffis und Müllentsorgung sowie Personen in einem Arbeitsverhältnis, das eine Virusübertragung begünstigt.

5) Priorität "moderat"

Menschen im Alter von 60 bis 64 Jahren und Beschäftigte im Einzelhandel, Gastronomie, Tourismus sowie alle, die in Ausübung ihrer Dienste regelmäßig in öffentlichen Verkehrsmitteln die Grenze passieren. Musiker, Schauspieler & Co. sowie Spitzensportler von Mannschaftssportarten wie etwa Fußball und Berufe mit engem und langdauernden, wiederholten Personenkontakt fallen auch in Kategorie 5.

6) Priorität "gering erhöht"

Das sind laut APA vor allem Amateursportler in Sportarten mit wiederholten Personenkontakt, Amateur-Kulturschaffende wie etwa Gesangsvereine, Chöre oder Theatervereine, Personen in Lehreinrichtungen wie Oberstufen und Universitäten mit hohen Menschenansammlungen sowie Personen mit privat erforderlicher grenzüberschreitender Reisetätigkeit in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zu Risikoerkrankungen zählen demnach Trisomie 21, Organtransplantierte, Personen mit Demenz, Personen mit intellektuellen oder körperlichen Behinderungen, chronische Dialyse, Personen mit körperlichen Behinderungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 zur Folge haben, Adipositas mit einem BMI über 30, chronische Nierenerkrankung, chronische Lebererkrankung, Immundefizienz, Diabetes Mellitus, Arrhythmie/Vorhofflimmern, HIV-Infektion, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, zerebrovaskuläre Erkrankungen/Apoplex, Autoimmunerkrankungen, chronisch obstruktive Lungenkrankheit, Krebserkrankungen, arterielle Hypertonie, rheumatische Erkrankungen und Asthma bronchiale.

7) Priorität "allgemeine Empfehlung"

Hierunter fallen alle anderen Personen im Alter von 16 bis 60 Jahren.

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