"Impfversagen!" Ärztin kritisiert Wien auf Schärfste

Die Impfstraße im Austria Center
Die Impfstraße im Austria CenterHELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Naghme Kamaleyan-Schmied, Sprecherin der Hausärzte, lässt in "Wien heute" kein gutes Haar an der Wiener Impfstrategie: "Sie war definitiv falsch".

Laut Naghme Kamaleyan-Schmied, Sprecherin der Hausärzte, würden die Ordinationen in der Bundeshauptstadt aktuell viel weniger Corona-Impfstoff abrufen als sie eigentlich könnten. Es gebe zu wenige Personen, die sich gegen das Virus impfen lassen möchten, so Kamaleyan-Schmied am Mittwoch in der Sendung "Wien heute".

Dabei übt die Wiener Ärztin an der Impfstrategie scharfe Kritik. "Das Problem ist in Wahrheit, dass wir viel zu spät mit Impfstoff beliefert worden sind", stellt Kamaleyan-Schmied weiter klar. So hätte man erst Ende April Impfstoff von AstraZeneca bekommen, mit dem sich viele Personen nicht impfen lassen wollten. 

"Und wir haben allen Impfstoff verimpft in der Ordination", so die Ärztin im "Wien heute"-Gespräch weiter. Die Hausärzte in Wien hätten erst dann großzügig Impfstoff erhalten, "als die Willigkeit der Patienten und Patientinnen quasi schon am Ende war", kritisiert Kamaleyan-Schmied das Vorgehen.

Nicht-Impfwillige "sehr schwer zu überzeugen"

Obwohl inzwischen massiv für die Corona-Impfung geworben werde, könnte man den Rückgang der impfwilligen Personen auch in den Impfstraßen in der Bundeshauptstadt erkennen. "Es tröpfeln ab und an Patienten in die Impfstraßen", sagt die Ärztin in "Wien heute".

Naghme Kamaleyan-Schmied, Sprecherin der Hausärztinnen und -ärzte, in "Wien heute"
Naghme Kamaleyan-Schmied, Sprecherin der Hausärztinnen und -ärzte, in "Wien heute"Screenshot/ ORF

Zudem seien die Nicht-Impfwilligen "sehr schwer zu überzeugen." Nach dem Schulende und dem Beginn der Ferien seien viele auch bereits "in die Heimat" zurückgefahren und daher auch nicht mehr erreichbar. Nach Ansicht von Kamaleyan-Schmied hätte Wien "viel früher" auf Impfungen im niedergelassenen Bereich setzen müssen. "Dann wäre das auch etabliert", so die Ärztin.

Die Mediziner spart nicht mit Kritik an der Wiener Impfstrategie und ortet in "Wien heute" sogar ein "Impfversagen". Von einer Impfpflicht hält Kamaleyan-Schmied nichts. "Ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist", sagt die Ärztin.

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