Julia Ducournau („Titane“) legt mit "Alpha" ihr drittes Werk vor – intensiv, verstörend und nichts für schwache Nerven. Eine rätselhafte, durch Blut übertragene Seuche bringt die Spitäler an den Rand des Kollapses und reißt eine Familie mit sich.
Der neue Film der Cannes-Gewinnerin sorgte bereits bei den Filmfestspielen 2025 für Aufsehen und startet am 10. April in den Kinos. Hauptdarstellerin Golshifteh Farahani wurde dafür in Locarno mit dem Excellence Award ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Alpha (Mélissa Boros): Nach einer Party wacht sie mit einem zweifelhaften Tattoo auf – und findet sich plötzlich in einer aus den Fugen geratenen Welt wieder. Die Anleihen an die Aidskrise sind dabei bewusst gesetzt, Ducournau verarbeitet auch eigene Kindheitserinnerungen aus den 80ern.
Zwischen Rausch, Abhängigkeit und Krankheit entfaltet sich eine düstere Bildsprache. Vor allem Onkel Amin (Tahar Rahim) bringt mit seiner Sucht Unruhe in Alphas Leben, während ihre Mutter (Farahani) als Ärztin verzweifelt versucht, alles zusammenzuhalten.
Optisch setzt der Film auf starke Metaphern: Die Infizierten erscheinen wie zu Stein erstarrt, beinahe skulptural. Gleichzeitig bleibt es emotional aufgeladen – zwischen Angst, Ausgrenzung und ersten zarten Gefühlen.