In Coronazeiten heißt Schlussmachen "Zumping"

Mit "Zumping" hat einer neuer Dating-Trend in die Quarantäne-Wohnzimmer Einzug gehalten. Was es damit auf sich hat.
Die Videokonferenz-App Zoom hat in den letzten Wochen eine raketenartige Karriere hingelegt: Haufenweise Redaktionsmeetings, Yogastunden, Spieleabende, Dates oder Hochzeiten via Livestream (ja, der Hashtag #zoomwedding trendet auf Insta) – all das macht das US-amerikanischen Unternehmen in Quarantäne möglich.

Allerdings bröckelt das lupenreine Image in den letzten Tagen ziemlich: Denn abgesehen von Datenschutzskandalen, die sich derzeit häufen, ist die Videocall-Anwendung nun in einem weiteren negativen Zusammenhang aufgetaucht – zugegebenermassen kann sie dafür aber gar nichts. Einige skrupellose Menschen haben nämlich geschnallt, dass sich Zoom auch hervorragend zum Schlussmachen eignet.

Sitzengelassen via Zoom

Die "Buzzfeed"-Autorin Julia Moser hat am 10. April als eine der ersten ihr Leid geklagt. Auf Twitter fragt sie: "Bin ich die erste Person, die via Zoom sitzengelassen wurde?"

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ist sie nicht. Tausende liken ihren Beitrag innerhalb weniger Stunden, hunderte Userinnen und User kommentieren noch immer – und teilen ihre persönlichen Zoom-Storys unter Julias Beitrag: "Wir haben uns in den letzten Wochen via Zoom gedatet und jetzt auch so getrennt", schreibt eine Userin etwa. Ein anderer meint: "Ich habe meine Freundin seit 12 Wochen nicht gesehen. Und alles, was ich bekomme, ist ein Videocall, in dem sie mich absägt?"

"Wir müssen reden"

Julia Moser, die die Diskussion gestartet hat, bewies inzwischen mit einem Screenshot, wie sensibel (nicht) ihr Ex-Freund das Ganze eingeläutet hat: Im Betreff der Call-Einladung stand: "Wir müssen reden". Wow.



Natürlich haben sich zahlreiche Medien wie "The Guardian" oder "Metro" in den letzten Tagen für Julias Story interessiert – ganz besonders, weil die Autorin offensichtlich nicht die einzige Betroffene dieses neuen Zoom-Schlussmach-Phänomens ist.

Die Kollegen des "Guardians" haben sich deshalb auch einen catchy Namen dafür ausgedacht: "Zumping", eine Mischung aus den Wörtern "Zoom" und "Dumping" (to be dumped = sitzengelassen werden). Macht die Sache natürlich kein Stück besser, klingt aber gut.

Welche Ausrede Julias Ex fürs unpersönliche Schlussmachen parat hatte? Hat sie leider nicht verraten.
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