Während sich bei Europas Automessen alles um möglichst spritsparende Modelle dreht, ticken in Detroit die Uhren anders. Nach Jahren des Benzinsparens haben die Amerikaner offensichtlich genug. Bei der Detroit Motor Show (NAIAS) halten die großvolumigen Motoren wieder Einzug - in teilweise kuriosen Auswüchsen.
Die fetten Jahre starten heute – auf der Detroit Motor Show wurde die Zeit wieder zurückgedreht. Vom Spritspar-Boom der letzten Jahre ist nicht mehr viel übrig. Fahrzeuge mit viel PS stehen im Vordergrund, Innovationen gibt es kaum. Kein Wunder, denn der US-Bürger hält nur wenig vom Trend zum Sparen.
Pickup von Ford ist Verkaufsschlager
Das beweist der Blick auf die Verkaufszahlen 2012: Meistverkauftes Fahrzeug des vergangenen Jahres war der Ford F-150, der Pickup-Truck schlechthin. Das Top-Modell kommt mit einem fünf Liter großen V8-Motor, der weit über 300 PS leistet. Damit ist man an der Tankstelle ein gern gesehener Kunde.
Ford gab in Detroit auch einen Ausblick, wie die 2014 erscheinende 13. Generation des Klassikers, der seit 1948 gebaut wird, aussehen wird. Unter dem Namen Atlas wurde der Pritschenwagen präsentiert, zumindest sein Eco-Boost-Motor, die Start-Stopp-Automatik und anpassbare Aerodynamik sind ein Versprechen an die Effizienz.
Chevrolet mit neuem Silverado und Corvette
Chevrolet muss da natürlich mitziehen. Deshalb präsentierte der US-Autobauer in Detroit die neue Generation des Silverado. Das Spitzenmodell hat einen 6,6-Liter-Dieselmotor mit knapp 400 PS. US-Automagazine sprechen bereits von einem „Battle of Trucks“.
Chevy hatte aber nicht nur den neuen Pickup im Gepäck. Quasi auf der Laderampe mittransportiert wurde die neue Corvette. Der ewig junge Klassiker hat einen 450-PS-Motor ist laut Hersteller die sparsamste aller bisherigen Corvettes, dank Technologien wie Zylinderabschaltung.
Power aus Europa
Auch die europäischen Autobauer haben die Verkaufszahlen auf ihre Art interpretiert und schickten ordentlich Pferdestärken in die „Motown“. Mercedes feierte nicht nur die Weltpremiere der neuen E-Klasse sondern präsentierte auch den E 63 AMG, die stärkste E-Klasse aller Zeiten. Audi legte mit dem 560 PS starken RS7 nach und Porsche brachte den 550 PS starken Cayenne Turbo S.
Absurdes
Auch wenn all diese Modelle natürlich weit weniger Verbrauch haben als noch vor ein paar Jahren, der Trend, der sich in Detroit abzeichnete ist nicht nur erschreckend, sondern auch nicht nachhaltig. Die Krönung des Wahns „Lieber Luxus statt Öko“ ist der VL Destino. Im Prinzip ist dieser nichts anderes als ein umgebauter Fisker Karma, ein Elektro-Sportwagen. Nur bauten die Tuner bei diesem Sondermodell den Elektromotor aus und ersetzten ihn durch den V8-Motor aus alten Corvette.
Kleiner Hoffnungsschimmer: Der Dodge Ram wurde aufgrund seiner Spritspartechnik zum "Truck of the Year" gewählt.