In der Zollergasse fließt jetzt ein Bächlein

Auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber diese neugestaltete Gasse soll klimafit sein.
Auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber diese neugestaltete Gasse soll klimafit sein.PID/Christian Fürthner
Die Gluthitze erreicht morgen ihren Höhepunkt. Abkühlung sollen Wiener ab sofort in der neugestalteten Zollergasse im siebten Bezirk finden.

Von moderner Begrünung, Cooling-Maßnahmen und viel Platz für die Menschen spricht die Stadt bei der Eröffnung der umgestalteten Zollergasse. Klingt gut, in der Praxis fallen Besuchern allerdings als erster die vielen Granitpflastersteine auf. Die Anordnung der grauen Steine soll einen Teppich symbolisieren und damit an den Namensgeber der Gasse, Michael von Zollern, einem Tuchhändler erinnern. Pergolen, die an Webstühle erinnern, sollen mit modernen Sitzmöbeln versehen und ebenfalls begrünt werden.

Highlight der Gasse ist der von Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) benannte "Zollerbach", ein kleines mit aus Wasserdüsen gespeistes "Bächlein", wo Groß und Klein Abkühlung finden sollen. Zusätzlich wurden 20 konsumfreie Sitzgelegenheiten wie Sitzhocker, Pendelsitze in den Pergolen, Sessel und Sitzbänke mit Arm- und Rückenlehnen zum Verweilen geschaffen. Die konsumfreien Flächen sollen auch für temporäre Kunst und Kultur im öffentlichen Raum genutzt werden. Für Fahrräder stehen künftig in diesem Abschnitt 20 Radbügel zur Verfügung.

Riesige Schattenspender kommen erst im Herbst

Mehr Grün soll dann erst im Herbst einziehen: Wie angekündigt, werden dann großkronige und 25 Jahre alte Bäume mit großem Stammumfang gepflanzt und zusätzlich Schatten spenden. Die Zelkoven sind die ersten XL-Bäume, die in Wien zum Einsatz kommen, weitere sollen am Neuen Markt folgen.

Cooling und Entsiegeln im Kampf gegen Hitzeinseln

Die Neustrukturierung der Zollergasse hat es laut Stadt ermöglicht, den Versiegelungsgrad zu reduzieren und Beete mit Staudenmischungen anzulegen. Die Oberfläche wurde im Bereich der Baumscheiben zu 100 Prozent entsiegelt, versichert die Stadt und nach dem sogenannten Schwammstadtprinzip konzipiert. Diese soll größere Wurzelräume für Bäume schaffen, was sie wiederum hitzeresistenter und langlebiger machen soll. Wasserdüsen und Trinkbrunnen sollen für die nötige Kühlung während der heißen Sommermonate sorgen und zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen.

Schwammstadt für die Bäume

Im Bereich des Multifunktionsstreifens in der Straßenmitte kommt das Schwammstadtprinzip zum Einsatz. Dabei handelt es sich laut Stadt um ein innovatives System zur Verbesserung des Lebensraums der Bäume sowie des Regenwasser-Managements. Bäume bekommen durch dieses System mehr Luft und Wasser. Durch die sukzessive Verdunstung kommt es zu einer permanenten Verbesserung des Mikroklimas.

Zufahrt zu Garagen gewährleistet

Zwischen Lindengasse und Mariahilfer Straße wurde die Zollergasse niveaugleich ausgestaltet. Von der Lindengasse bis zur bestehenden Postfiliale in der Höhe Zollergasse 2 wurde eine Begegnungszone geschaffen, inklusive Wendebereich. Damit bleibe die Zufahrt zu den bestehenden Garagenplätzen ebenso wie die Zufahrts-, Halte- und Lademöglichkeit im Bereich der Postfiliale weiterhin gewährleistet, versichert die Stadt. Im Anschluss an die Begegnungszone bis zur Mariahilfer Straße verwandelt sich die Zollergasse in eine Fußgängerzone. Die Zufahrt zur Mariahilfer Straße für den Lieferverkehr wird zeitlich an die dortige Fußgängerzone angepasst.

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