Oberösterreich

Fast keiner weiß derzeit, wo  Infektion passiert ist

Die Zahlen der Neuinfektionen waren zuletzt in OÖ sehr hoch. Ein Grund dürfte auch das Contact Tracing sein, das nicht mehr funktioniert.
15.11.2020, 13:27

Die Kontaktverfolgung, also das schnelle Finden von Kontaktpersonen Neuinfizierter, ist eines der wichtigsten Mittel in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Auf ihrer Basis können früh Maßnahmen getroffen werden, die andere schützen und Cluster (also Gruppen von Infizierten) ausgemacht werden.

Doch die Arbeit ist mühsam und langwierig und stößt in Oberösterreich ganz offensichtlich seit Wochen an ihre Grenzen. "Heute" liegen Zahlen vor, die das bestätigen. So konnten in der Vorwoche im Bezirk Vöcklabruck nur bei sechs Prozent der Infizierten die Quelle für die Ansteckung geklärt werden. 

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Verzögerungen durch Labors

Zum Vergleich: die meisten geklärten Fälle gab es in der vorigen Wochen in der Stadt Steyr, im Bezirk Ried im Innkreis und im Bezirk Wels-Land. Allerdings waren es auch dort bescheidene 20 Prozent. In der Stadt Salzburg schafft man hingegen immerhin 34 Prozent. In den Bezirken Grieskirchen, Eferding und Gmunden waren es auch nur noch sieben Prozent.

Ein Grund für die überschaubaren Zahlen nannte der Direktor für Gesundheit und Sport der Stadt Linz Dietmar Nemeth. Der erklärte nämlich, dass sich Fälle häuften, in denen die Testergebnisse aus den Labor unzureichend beschriftet waren. Da würden Telefonnummer oder E-Mail-Adressen fehlen, deshalb müssen man zusätzliche Zeit aufwenden, um die Daten zu beschaffen. 

So gibt es auch immer mehr Fälle, in denen es von der Meldungen der Symptome bis zur Testung schon mehrere Tage dauert. Bis dann auch noch der Bescheid von der Behörde angekommen ist und damit das Contact Tracing beginnt, vergehen weitere wertvolle Tage. Es gibt sogar Fälle, bei denen der Bescheid erst nach Ablauf der 10-tägigen Quarantäne ankommt.