Omikron macht gemäß den Expertinnen und Experten des Bundes bereits 55 Prozent aller Neuinfektionen in der Schweiz aus und verbreitet sich weiter rapide. Die Anzahl Neuinfektionen könnte Anfang Januar auf über 20.000 steigen. In keinem anderen Land Europas ist die Lage derzeit so drastisch wie in Österreichs westlichsten Nachbarland.
Obwohl die Lage in den Spitälern relativ stabil ist, läuft die Anzahl belegter Intensivbetten gemäß den Fachleuten schon heute am Limit. In der Region Tessin sind mittlerweile 95 Prozent aller Neuinfektionen Erkrankungen mit der Omikron-Variante. Von der Politik werden nun weitere Verschärfungen diskutiert.
Die Verantwortlichen diskutieren momentan, ob es eine Anpassung der Quarantäneregelung für Geimpfte und Genesene sowie eine Verkürzung der Isolationsdauer braucht, um einen Kollaps der kritischen Infrastruktur hierzulande zu vermeiden. Vieles bleibt angesichts der neuen Variante aber weiterhin unklar. So seien bislang etwa 42 Fälle bekannt, bei denen geboosterte Personen wegen einer Infektion hospitalisiert werden mussten. Momentan würden die Verantwortlichen von einem Impfschutz von zehn bis zwölf Wochen ausgehen.
All diese Faktoren würden weiterhin für ein vorsichtiges Vorgehen sprechen. "Wir können Omikron nicht einfach laufen lassen", warnte Patrick Mathys vom BAG bei der heutigen Pressekonferenz. Eine weitere Herausforderung, die auf die Schweiz zukommt, ist die Regelung der Triage.
Ein Grundsatzentscheid wie er heute in Deutschland vom Bundesverfassungsgericht gefällt wurde, stünde in der Schweiz jedoch noch nicht an, erklärt Patrick Mathys. Im Moment sehe er keinen Grund, dass die Einigungen, die hierzulande zwischen Behörden und Ethikfachräten erarbeitet wurden, nicht umgesetzt würden. Rudolf Hauri weist die Sorgen, die Behindertenfachverbände in Deutschland geäußert hatten, wonach gewisse Bevölkerungsgruppen benachteiligt würden bei einer Triage, für die Schweiz ebenfalls zurück.