Prinz William (43) liebte seine Mutter Prinzessin Diana (†36) über alles, doch einmal ließ er sie am Telefon abblitzen. Die dreiteilige ARD-Dokumentation "William – Schicksalsjahre eines Thronfolgers" zeichnet diesen Tiefpunkt der Mutter-Sohn-Beziehung nach.
1995, als William gerade erst 13 Jahre alt war, dominierte die Trennung seiner Eltern längst die Schlagzeilen der britischen Boulevardpresse. Während sich der junge Prinz mit Hänseleien seiner Mitschüler am renommierten Eton College herumschlagen musste, machte ihm die öffentliche Schlammschlacht seiner Eltern zunehmend zu schaffen.
Als Diana dann auch noch gegen seinen Rat dem BBC-Journalisten Martin Bashir das berühmte Panorama-Interview gab, platzte William der Kragen.
Vorab war Lady Di eigens nach Eton gereist, um ihren Sohn über das Interview zu informieren. Er soll aufgebracht gewesen sein und vehement abgeraten haben. Der ehemalige BBC-Royal-Korrespondent Wesley Kerr umschreibt es diplomatisch: "Sie sollen nicht im Guten auseinander gegangen sein."
Als das Interview am 20. November ausgestrahlt wurde, löste es im Vereinigten Königreich enorme Reaktionen aus. Diana sprach offen über Ehebruch, Bulimie, Selbstverletzungen und postnatale Depressionen. Mehr als 21 Millionen Menschen verfolgten die Sendung, darunter auch William.
Die Auswirkungen auf den jungen Prinzen waren gravierend. Wie Royal-Expertin Leontine von Schmettow in der Dokumentation, unter Berufung auf den damaligen Hausvater von Eton, berichtet, war William nach der Ausstrahlung "in Tränen aufgelöst".
Besonders schmerzhaft: Als Diana ihren Sohn noch am selben Abend telefonisch erreichen wollte, verweigerte er das Gespräch. William soll seiner Mutter vorgeworfen haben, sich nicht nur selbst öffentlich bloßgestellt zu haben, sondern dabei auch keinerlei Rücksicht auf ihn und seinen Bruder Harry genommen zu haben.
Trotz dieses Streits entwickelte sich William nach der offiziellen Scheidung seiner Eltern im Juli 1996 zu einer wichtigen Stütze für seine Mutter. In den letzten 13 Monaten ihres Lebens soll er einer ihrer engsten Vertrauten gewesen sein.
Die Dokumentation zeigt auch, welche Folgen diese Erfahrungen für William hatten. Nach dem Tod von Queen Elizabeth II. rückte er an die Spitze der britischen Thronfolge. Die Lehren aus den Medienexzessen rund um seine Eltern prägen ihn bis heute.
Als 2021 bekannt wurde, dass Martin Bashir das berühmte BBC-Interview mit gefälschten Dokumenten und falschen Angaben erlangt hatte, äußerte sich William ungewöhnlich deutlich. Das Fehlverhalten des Journalisten habe maßgeblich zur Verschlechterung des Verhältnisses "zwischen meinen Eltern" beigetragen. Zudem habe es die Angst, Paranoia und Isolation seiner Mutter verstärkt.
Historiker Ed Owens sieht darin eine klare Botschaft des Prinzen. In der Dokumentation sagt er: "Es war ein Warnschuss von William." Seine Botschaft sei gewesen: "Macht das nicht noch einmal. Mischt euch nicht noch einmal in mein Privatleben ein. Finger weg von meiner Familie."
"William – Schicksalsjahre eines Thronfolgers" ist ab sofort in der ARD-Mediathek abrufbar, als einstündiger Film läuft die Doku am 1. Juni um 20.15 Uhr im Ersten.