Wien

In Wien könnten Busse bald mit "Holzdiesel" fahren

Die Wiener Linien forschen laufend an alternativen Treibstoffen. Die neueste Variante besteht aus Waldhackgut und soll künftig die Busse betreiben. 
Heute Redaktion
05.04.2023, 05:40
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Am Gelände der Müllverbrennungsanlage Simmeringer Haide wird derzeit fleißig an der Herstellung von grünen Treibstoffen geforscht. Die ersten Liter synthetisches Rohöl konnten bereits hergestellt werden. Sie bestehen aus Waldhackgut der Österreichischen Bundesforste. 

30.000 Tonnen CO2 einsparen

Das synthetische Rohöl konnte zu grünem Holzdiesel aufbereitet werden. Mitte März hat ein Forschungsteam in Testläufen dem herkömmlichen Diesel einmal 15 und dann 25 Prozent des grünen Diesels beigemischt. Dann ist ein Bus in zwei Testrunden auf einem Rollprüfstand gefahren und wurde dabei von einem Forschungsteam beobachtet. Die Testergebnisse werden in den nächsten Wochen ausgewertet. 

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Es scheint aber vielversprechend zu sein. Laut einer Studie von Joanneum Research kann der Holzdiesel die CO2-Ausstöße im Vergleich zu fossilem Diesel um knapp 90 Prozent reduzieren. So kann man je nach Mischungsverhältnis eine deutliche CO2-Reduktion erzielen. 

Mit einem Megawatt Leistung könnte man in der Anlage künftig zehn Millionen Liter grünen Treibstoff jährlich erzeugen. Damit könnten künftig auch bis zu 30.000 Tonnen fossiles CO2 einsparen. Mittelfristig soll auf der Anlage künftig auch die Erzeugung von grünem Gas oder grünem Wasserstoff erforscht werden. 

Grüne Treibstoffe für Landwirtschaft oder Flugverkehr

Reststoffe wie Holzabfällen oder Klärschlamm kann man in Synthesegas umwandeln. Dieses wird gereinigt, daraus dann Rohöl erzeugt. Dieses wird schlussendlich zu grünem Treibstoff veredelt. Sowohl die eingesetzten Ausgangsstoffe als auch die Endprodukte sind gänzlich erneuerbar. 

Die nachhaltigen Treibstoffe können auch in Bereichen eingesetzt werden, wo Batterien nur schwer zum Einsatz kommen können, etwa in der Landwirtschaft, beim Flugverkehr oder Reisebussen. Geforscht wird im Rahmen des Projekts "Waste2Value". Neben den Wiener Linien sind die Bundesforste, die Laakirchen Papier AG und die OMV beteiligt. Wissenschaftliche Unterstützung bekommen sie von der TU Wien und der Lulea University of Technology in Schweden.