Wirtschaft

Inflation – das Schlimmste ist noch nicht überstanden

Im Mai kletterte die Inflation auf acht Prozent. Damit ist die Teuerungsrate in Österreich so hoch wie seit mehr als 40 Jahren nicht. 

Tobias Kurakin
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Besonders beim Strompreis gebe es eine Möglichkeit der Entlastung, meint WIFO-Experte Josef Baumgartner. 
Besonders beim Strompreis gebe es eine Möglichkeit der Entlastung, meint WIFO-Experte Josef Baumgartner. 
Weingartner-Foto / picturedesk.com

Österreich kämpft derzeit mit der heftigsten Inflationswelle seit über 40 Jahren. Am Dienstag stieg der Teuerungsgrad bereits auf acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Inflationsexperte Josef Baumgartner vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) prognostiziert jedoch, dass das Schlimmste noch nicht überstanden ist. 

Inflation höher als erwartet

"Wir hatten im Mai mit einem Inflationswert von 7,5 Prozent und im gesamten Jahr mit einer Rate von 6,5 Prozent gerechnet – das müssen wir nun auch nach oben korrigieren", so Baumgartner im Gespräch mit "Ö1". Der Experte geht demnach davon aus, dass die Preise auch in den kommenden Monaten weiter nach oben klettern werden.

Zwar kann Baumgartner noch nicht sagen, welche Produkte zuletzt im Preis angestiegen sind, jedoch geht er davon aus, dass insbesondere Lebensmittel im Verlauf dieses Jahres noch teurer werden würden. Schuld wären neben dem Krieg in der Ukraine auch die hohen Erzeugungs- sowie die gestiegenen Transportkosten. Vor allem die Omikron-Welle in China und anderen Teilen Asiens hätten diese Ausgaben nach oben schnellen lassen. 

Die Regierung sei nun, nach Meinung des Experten, zwingend gefordert Maßnahmen gegen die Teuerungswelle umzusetzen. Das WIFO legt auch Vorschläge vor: "Wir würden für eine Indexierung der Sozialleistungen, die an die Inflation angepasst ist, plädieren", meint Baumgartner. Diese Maßnahme sei demnach treffsicher und würde vor allem jene nutzen, die zuletzt besonders hart getroffen wurden.  

Experte schlägt Indexierung von Sozialleistungen vor 

Der Experte würde vorschlagen diese Indexierung zudem mehrmals im Jahr zu veranschlagen. Man könne die Sozialleistungen demnach durch einen Automatismus zwei oder gar vier Mal im Jahr auf die Inflation anpassen, um Notleidenden zu helfen. Die Regierung hat diesem Vorschlag jedoch bereits Mitte der Woche eine Absage erteilt. Man würde einen Automatismus ablehnen, hieß es von Türkis-Grün. Baumgartner meint dazu, dass man auch dem Automatismus entkommen könne, indem man selbst die Sozialleistungen erhöhen und wieder senken würde, wenn man es für notwendig empfinde.

Ein weiterer möglicher Schritt mit dem die Politik den Menschen hierzulande helfen könne, wäre die Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Strom. "Diesen Schritt würden wir begrüßen, weil Strom mittlerweile bereits zu drei Viertel aus erneuerbarer Energie gewonnen wird. Hier sind wir auf einem guten Weg", so Baumgartner. Einer Senkung der Mehrwertsteuer an den Tankstellen, wie vielfach gefordert,  jedoch nichts abgewinnen: "Das würde dazu führen, dass die die am meisten Autofahren und am meisten CO² verbrauchen würden, am meisten sparen". 

Wie mehrere Expertinnen und Experten geht auch Baumgartner davon aus, dass die Regierung die kalte Progression streichen wird. Der WIFO-Fachmann würde diesen Schritt begrüßen, hält aber fest, dass es damit nicht getan wäre. Neben dem Sektor Arbeit müsse man auch jene Personen entlasten, die ohne Beschäftigung stark von der Teuerung betroffen sind, ein mögliches Mittel hierfür wäre die Erhöhung der Negativsteuer.

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