Influencer werben für natürliche Verhütung

Bild: Screenshot Instagram
Immer mehr Instagrammer halten Zykluscomputer oder -Apps in ihre Kamera. Ist das zu verantworten?
Der Ruf der Pille ist seit einer Weile ziemlich angeknackst. Ende letzten Jahres wurde die Liste der potenziellen Nebenwirkungen auf Depressionen und Suizid-Gedanken erweitert. Auch wenn die Anti-Baby-Pille für Österreicherinnen immer noch das Verhütungsmittel Nummer eins ist, sind die Auswirkungen der Negativ-Schlagzeilen an sinkenden Absatzzahlen spürbar.

Immer mehr Influencer wissen den Trend für sich zu nutzen – und werben auf Instagram nun nicht mehr nur für Klamotten, Make-up und Smoothie-Mixer, sondern neuerdings auch für natürliche Verhütungsmethoden.

"Von einer Frau für alle Frauen"



Macy Mariano hat sich beispielsweise mit einer Zyklus-App zusammengetan und will ihre knapp 90.000 Follower davon überzeugen, ebenfalls auf die "stress-free" Verhütungsmethode umzusteigen. "Ich bin umgestiegen, weil die App – drei Mal dürft ihr raten – hormonfrei ist!", so Macy in ihrer Caption. "Es ist die erste und einzige Birth Control App, die von einer Frau für alle Frauen entwickelt wurde."

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Auch Instagrammerin Holly Owens hält begeistert einen Zykluscomputer in die Kamera und schwärmt von ihrem neuen Leben.



Ein Wort, das in den Captions immer wieder auftaucht: Empowerment. So zum Beispiel Mackenzie Rose zu ihren 200.000 Followern: "Ich fühle mich dank der App so ermächtigt, weil ich endlich meinen Körper verstehe."



Stellt sich die Frage: Ist es unverantwortlich, für natürliche Verhütung zu werben, wenn die Instagrammerinnen wissen, dass viele ihrer Follower blutjunge Girls sind, die ihren Vorbildern alles abkaufen?

Gynäkologin Dr. med. Anna Catrina Stäubli hat darauf eine eindeutige Antwort: "Ich finde es problematisch, wenn Influencer Verhütungsmethoden empfehlen, ohne die einzelnen Lebensumstände ihrer Follower zu kennen. Wenn nur eine bestimmte Methode uneingeschränkt angepriesen wird, ohne auf Risiken hinzuweisen, ist das definitiv verantwortungslos."

Wichtig sei, sich gut zu informieren, und eine Verhütungsmethode zu wählen, die zum Alter und zur Lebensphase passt. "Es gibt eindeutig sicherere Verhütungsoptionen als die natürliche Methode. Der Pearl-Index gibt darüber Auskunft", so Stäubli. (friday)

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