Rund 1000 Tote gab es im vergangenen Jahr aufgrund der Influenza. Noch immer lassen sich viel zu wenig Menschen impfen, der Großteil der Bevölkerung nimmt die Erkrankung nicht ernst. Um aufzuklären, hat "Heute.at" mit Michael Kunze, Experte und Mitglied der Impfkommission des Obersten Sanitätsrates, zum Interview gebeten.
Rund 1000 Tote gab es im vergangenen Jahr aufgrund der . Noch immer lassen sich viel zu wenig Menschen impfen, der Großteil der Bevölkerung nimmt die Erkrankung nicht ernst. Um aufzuklären, hat "Heute.at" Michael Kunze, Experte und Mitglied der Impfkommission des Obersten Sanitätsrates, zum Interview gebeten.
Heute.at: Herr Kunze, wieviel Prozent der Österreich lassen sich den gegen die Influenza impfen?
Michael Kunze: Nur 10 Prozent, das ist leider viel zu wenig. Dabei wird die Impfung in vielen Betrieben schon kostenlos angeboten. Auch wenn man sie selber zahlen muss, ist es nicht teuer. Flächendeckend wie beispielsweise die Impfung gegen Kinderlähmung ist sie jedoch leider nicht.
Heute.at: Wer sind denn die Risikopatienten?
Kunze: Alle! Wir sind alle betroffen. Einige Menschen natürlich ganz besonders. Zu dieser Gruppe zählen ältere Menschen und chronisch Kranke. Auch Kinder sind eine Risikogruppe, da die Jüngsten die Infektion aus dem Kindergarten häufig nach Hause bringen. Es muss ganz klar gesagt werden: Die Influenza macht vor keinem Alter halt!
Heute.at: Wieso lassen sich dann trotz der omnipräsenten Gefahr noch immer so wenig Menschen impfen?
Kunze: Weil die Gefahr offenbar keiner ernst nimmt. In der öffentlichen Wahrnehmung sind die jährlichen 1.000 Todesopfer scheinbar viel zu wenig um wachzurütteln, auch die Politik wäre hier gefragt. Wenn man sich schon infiziert hat, ist es jedenfalls zu spät. Fieber, Gelenksschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl sind die Folge. Man muss schon damit rechnen zwei Wochen auszufallen.
Heute.at: Wie steckt man sich denn eigentlich an?
Kunze: Prinzipiell sprechen wir von einer Tröpfcheninfektion, das heißt, die Menschen husten und nießen in der U-Bahn oder sonstwo und stecken somit andere an. Der Hauptübertragungsweg ist allerdings ein ganze anderer, nämlich das Händeschütteln. Eigentlich wäre es am besten in der Hauptsaison, normalerweise die ersten sechs Wochen nach Weihnachten, überhaupt niemandem Fremden die Hand zu geben, aber das ist nur schwer umsetzbar. Ich kann nur raten, sich oft die Hände zu waschen!
Heute.at: Einige Menschen haben vor etwaigen Nebenwirkungen der Impfung Angst. Kann man hier Entwarnung geben?
Kunze: Absolut. Natürlich, einen Stich wird es geben, aber das lässt sich ja nicht vermeiden. Mit den modernen Impfstoffen können unerwünschte Nebenwirkungen allerdings ausgeschlossen werden. Der Körper bildet in der Folge Antikörper, wodurch der Infektion entgangen werden kann. Wichtig ist allerdings, sich jedes Jahr wieder aufs Neue impfen zu lassen.
Heute.at: Also, ihre generelle Empfehlung lautet wie?
Kunze: Ich kann nur an alle Österreich appellieren, sich unbedingt impfen zu lassen! Die Influenza betrifft uns alle!