Insel-Schafe määähen wieder die Wiesen der Donauinsel

Die Rasenmäher im Wollmantel sind im Sommer im Norden der Wiener Donauinsel im Mäh-Einsatz. Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) begrüßt die tierischen Mitarbeiter zu ihrer bereits dritten Saison.
Die Rasenmäher im Wollmantel sind im Sommer im Norden der Wiener Donauinsel im Mäh-Einsatz. Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) begrüßt die tierischen Mitarbeiter zu ihrer bereits dritten Saison.Votava
Im Sommer sind wieder 70 "geleaste" Schafe im Norden der Donauinsel als nachhaltige Rasenmäher im Einsatz und futtern bis Oktober wilde Wiesen kurz.

Es ist bereits die dritte Saison der tierischen Mitarbeiter, die den Sommer auf der Donauinsel verbringen dürfen. Bis November grast die Herde auf wilden Wiesenflächen am nördlichsten Punkt der Donauinsel. Die Tiere gehören dem Verein WUK und werden von der Stadt gemietet. Ihr 2019 gestarteter Mäh-Einsatz ist Teil des EU-Projekts DICCA, um den Einsatz von Maschinen zu verringern. Denn die Schafe stoßen keine Abgas-Schadstoffe aus und sind leiser als maschinelle Rasenmäher.

Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) besucht die Schafherde auf der Wiener Donauinsel.
Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) besucht die Schafherde auf der Wiener Donauinsel.Votava

Zu futtern gibt es für die Schafe vor allem Klee und Wildkräuter wie Salbei und Schafgarbe, die jetzt reichlich gedeihen. Grasen dürfen die Tiere unter Aufsicht eines Schäfers jeweils rund eine Woche auf einer mit einem Elektrozaun abgesteckten Weidefläche, danach wird der Zaun versetzt und die nächste Wiese gemäht. Letztes Jahr haben die Schafe eine Fläche von 14 Hektar abgegrast – das entspricht in etwa der Größe von 20 Fußballfeldern.

Eingesetzt werden auf der Donauinsel Krainer Steinschaf, eine alte, seltene Nutztierrasse, die robust, stresstolerant und genügsam ist. Sie sind gute Futterverwerter, für trockene Gebiete bestens geeignet und kommen trotz Wollfell auch mit Hitze gut zurecht. Nach der Sommersaison siedelt die Herde von der Stadt in ihr Winterquartier in Lassee (NÖ).

Schafbeweidung stärkt Artenvielfalt

Schafe lassen beim Grasen auch immer Pflanzen übrig. Dadurch entstehen Wiesenbereiche mit längerem und kürzerem Pflanzenstand. Das kommt gefährdeten, streng geschützten Insektenarten wie Schmetterlingen, Fang- und Heuschrecken zugute. Ein 2019 gestartetes Monitoring im Auftrag der Stadt Wien zeigt ein erhöhtes Aufkommen dieser Arten im Vergleich zu maschinell gemähten Wiesen. "Der Einsatz der Schafe hat sich bewährt. Schafbeweidung ist eine nachhaltige umweltschonende Methode der Wiesenmahd“, so Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Die Schafeinsatz ist Teil des EU-Projekts LIFE DICCA. In dem Projekt werden seit 2018 Maßnahmen und Projekte entwickelt und durchgeführt, um das Ökosystem der Donauinsel an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Das Kürzel "DICCA" steht dabei für "Danube Island Climate Change Adaptation", also Anpassung der Donauinsel an den Klimawandel.

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