Wien

Insider packt aus: Gansl-Schwarzmarkt in Gastro blüht

Eieiei! Weil in Wien die Gansln knapp werden, blüht der Schwarzmarkt innerhalb der Gastro-Szene. Der Preis hat sich verdreifacht!
Claus Kramsl
16.11.2021, 12:31

Lieferprobleme wegen Vogelpest in Polen und Ungarn, zu wenig Personal fürs Rupfen durch die Corona-Pandemie: Viele Wiener Wirte können die Nachfrage nach dem traditionellen Gansl derzeit nicht mehr decken. Manche Gastronomen wie Erwin Scheiflinger vom "Bastei-Beisl" in der Wiener CIty oder Roland Soyka vom "Stuwer" in der Leopoldstadt haben aus der Not eine Tugend gemacht und stellen auf Ente um - "Heute" berichtete.

15 statt 5 Euro pro Kilo, Herkunft zweifelhaft

Wie "Heute" von einem Insider erfuhr, führt die Gansl-Krise aber auch zu durchaus kuriosen Entwicklungen innerhalb der Gastronomie-Szene: So bieten Lokalbetreiber, die noch einige der begehrten Gänse übrig haben, diese in Facebook-Gastrogruppen zum Kauf an. "Anstatt der üblichen rund 5 Euro pro Kilo für eine Gans aus fragwürdiger Herkunft werden bis zu 15 Euro verlangt", so der Insider zu "Heute". Manche besonders findige Wirte dürften sogar auf eigene Faust nach Ungarn gefahren sei und dort an Tieren zusammengekauft haben, was sie kriegen konnten", schüttelt der Lokalbetreiber den Kopf. Er setzt auf Bio-Tiere aus Österreich und rät, vorm Bestellen nach der Herkunft des Gansls zu fragen.

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Saftig! Ein Anbieter verlangt stolze 123,65 Euro für ein Kilo Bio-Weidegans aus Österreich.
zVg

Aber nicht nur mit billigen Gansln aus dem Osten wird versucht, das große Geschäft zu machen. Auch - angebliche - Bio-Weidegänse aus Österreich werden derzeit weit über dem eigentlichen Marktpreis angeboten. Das zeigt ein Screenshot, der "Heute" zugespielt wurde.

Geschäftemacherei "moralisch nicht in Ordnung"

"Heute" fragte bei Wiens Gastro-Obmann Peter Dobcak nach, was er von diesen Praktiken hält: "Grundsätzlich leben wir in einer freien Marktwirtschaft und in einem gewissen Rahmen können Gastronomen auch weiterverkaufen. Es sollte aber so sein, dass sich Lokalbetreiber aus Solidarität mit Ware aushelfen - und nicht ein Geschäft aus einer Knappheit machen. Ich fände es moralisch nicht in Ordnung, wenn sich hier manche auf Kosten anderer bereichern", stellt Dobcak klar.

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