Intensivmediziner warnt: "Müssen behutsam vorgehen"

Primar Arschang Valipour in der ZIB2.
Primar Arschang Valipour in der ZIB2.Screenshot ORF
Arschang Valipour ist Primar in der Klinik Floridsdorf. In der ZIB2 sprach er sich für behutsames Vorgehen nach der Öffnung im Osten des Landes aus. 

Am Sonntag war der Intensivmediziner Arschang Valipour zu Gast in der ZIB2. Dort sprach er mit Martin Thür über das Lockdown-Ende im Osten des Landes. Öffnungsschritte seien immer ein Spagat, erklärte der Lungenfacharzt: "Wir müssen natürlich auf Sicht fahren", erklärte der Mediziner. 

Durch die Impfungen sei es gelungen viele Menschen zu schützen. Öffnungen sind möglich, aber man müsse es "sorgsam und behutsam" angehen und die erforderlichen Maßnahmen, das Halten von Abständen und das Tragen von FFP2-Masken, umsetzen. Valipour sprach von einem "kalkuliertem Risiko". 

"Haben gelernt, damit zu leben"

ORF-Mann Martin Thür wollte wissen, was es für betroffene bedeutet, zwei bis sechs Wochen auf der Intensivstation zu liegen. In vielen Fällen, so führte der Mediziner aus, würde Covid-19 zu einem Lungenversagen führen. In einem solchen Fall müssten Geräte die Lungenfunktion übernehmen. Und selbst danach brauche es "viele Wochen" bis zur vollständigen Genesung. 

Ob ihm die indische Virusvariante Sorgen mache, wollte Thür wissen. Valipour antwortete mit einem Verweis auf die britische Mutante B 117. Man habe gesehen, dass diese ansteckender sei und auch Junge stärker betroffen seien, weil deren Mobilität höher sei. Gleichzeitig habe man gelernt, mit Mutationen umzugehen. Und: Sämtliche gängige Impfstoffe würden gegen die Mutationen wirken, wenn auch nicht in perfektem Ausmaß. 

Öffnungen im Mai nicht gefährdet

Angesichts dieser Daten, die die Wissenschaft vorlegt, stimmt Valipour Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) zu, der sagte, dass die indische Mutante zum jetzigen Zeitpunkt die große Öffnung am 19. Mai nicht gefährde. Gleichzeitig hat er Verständnis für den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), der zuletzt etwas auf die Euphorie-Bremse getreten ist.

Er wiederholte, dass es wichtig sei, die gängigen Regeln auch weiterhin einzuhalten. Neben der Masken- und Abstandspflicht soll auch das niederschwellige Testangebot das Seine dazu beitragen, dass der Restart gelingt. Würde man sich an alle Regeln halten, so spreche nichts dagegen bei erster Gelegenheit einen Schanigarten aufzusuchen. 

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