"Momo ist tot – und der Fluch ist gebrochen"

Der Internet-Hoax Momo basiert auf einer Geisterpuppe aus Japan. Nun hat der 46-jährige Künstler die Figur zerstört.
Seit Monaten geistert die Gruselfigur mit den großen Augen und den Hühnerbeinen durchs Netz. Momo, so nennt sich das Phänomen, basiert auf einer Puppe des 46-jährigen Künstlers Keisuke Aiso aus Japan. Er hatte die Figur namens "Mother Bird" im Jahr 2016 für eine Ausstellung erschaffen.

Die Puppe habe er bereits letzten Herbst zerstört. "Momo ist tot – sie existiert nicht mehr und der Fluch ist gebrochen", erklärte Aiso nun gegenüber "The Sun".

Er erläuterte, dass die Figur von einer japanischen Geistergeschichte inspiriert worden sei. Darin gehe es um eine Frau, die während der Geburt sterbe und dann als Vogelfrau in der Region herumspuke. Er sagte, es sei niemals seine Absicht gewesen, Kindern einen Schaden zuzufügen.

Die Anatomie des Hoax



CommentCreated with Sketch.3 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Momo zwang WhatsApp sogar, seinen Messenger einzuschränken. In dubiosen Kettenbriefen wurde gewarnt, dass die dämonische Figur Nutzer aufgefordert haben solle, sich und anderen Schaden zuzufügen. In Frankreich soll Momo letzten November zu einem Todesfall geführt haben. Die Berichterstattung über diese sogenannte Momo-Challenge hat die Polizei und Schulen veranlasst, vor dem Phänomen zu warnen.

Social-Media-Star Kim Kardashian mit ihren 129 Millionen Followern hat Ende Februar den Hype weiter befeuert. Sie warnte davor, dass die Figur plötzlich mitten in harmlosen Kindervideos auf YouTube auftauche. YouTube hatte diese Meldung entschieden dementiert.

Rätsel um Herkunft bleibt



Wer hinter dem Momo-Phänomen steckt, ist bis heute nicht klar. Ihren Ursprung könnte es auf Reddit.com genommen haben, wie Vox.com berichtet. Das Bild der Figur tauchte auch auf der Flirting-App namens Momo in China auf. Dort wurde es unter dem Motto "Kimo Kawa" ("eklig, aber süß") verbreitet, wie der Tech-Journalist Lance Ulanoff auf Medium.com schreibt. Die Fact-Checking-Website Snopes.com wiederum schrieb Ende Februar, dass die Geschichte rund um Momo mehr Hype und Humbug als Realität sei.

Fest steht, dass Momo viele User unnötig in Angst und Schrecken versetzt hat und die Gruselfigur wohl niemandem fehlen wird.

Tipps für Eltern, wenn Kettenbriefe kommen:



Thematisieren: Sprechen Sie das Thema Kettenbriefe von sich aus an, auch ohne dass es einen konkreten Anlassfall gibt.

Erklären: Erklären Sie das Prinzip von Kettenbriefen und machen Sie Ihrem Kind klar, dass man die in Kettenbriefen verbreiteten Horrorgeschichten nicht ernst nehmen muss – es droht keine echte Gefahr.

Nachfragen: Fragen Sie bei Ihrem Kind immer wieder nach, ob es in letzter Zeit Kettenbriefe bekommen hat oder welche Nachrichten gerade in der Klasse im Umlauf sind.

Ängste ernst nehmen: Wenn ein Kind sich Sorgen macht, dass es selbst oder eine nahestehende Person sterben könnte oder dass es in der Klasse unbeliebt wird, weil es eine Nachricht nicht weitergeschickt hat, dann sind diese Sorgen ganz real und oft auch sehr mächtig. Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass es jederzeit zu Ihnen kommen kann, falls ihm ein Foto, ein Video, eine Nachricht etc. Angst macht oder es nicht schlafen kann.

Regeln vereinbaren: Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Kettenbriefe weitergeschickt werden können und welche nicht. Angstmachende Nachrichten sollte Ihr Kind keinesfalls weiterverbreiten, da sonst noch mehr Kinder Angst bekommen.

Im Anlassfall: Bleiben Sie ruhig! Reagieren Sie nicht mit Verboten, sonst könnte es sein, dass sich Ihr Kind beim nächsten Mal nicht wieder an Sie wendet.

Weitere Informationen bietet die Plattform Saferinternet.at >>>

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