IPCC-Klimabericht mahnt radikale Emissionsreduktion ein

Braunkohle-Kraftwerke zur Stromerzeugung, wie hier in Niederaußem in Deutschland, stoßen enorme Mengen an CO2 aus.
Braunkohle-Kraftwerke zur Stromerzeugung, wie hier in Niederaußem in Deutschland, stoßen enorme Mengen an CO2 aus.Future Image / Action Press / picturedesk.com
Neuer Welt-Klimabericht rüttelt auf: "Weiter wie bisher ist keine Option." Radikale Einsparungen gefordert.

Die Aussagen des jüngsten Berichts des Weltklimarats (IPCC) sind deutlich: Ohne einer radikalen und sofortigen Reduktion der klimaschädlichen Treibhausgase ist ein Eindämmen der globalen Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad nicht zu erreichen. Es drohen eine weitere Zunahme von Extremereignissen wie Dürre, Hitze, intensive Niederschläge, Muren, Überschwemmungen.

 Lesen Sie auch Gletscherschwund schreitet unaufhaltsam voran >>>

Kann die Grüne Null überhaupt noch erreicht werden? "Wir stehen an einem Scheideweg. Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, können eine lebenswerte Zukunft sichern", sagte IPCC-Vorsitzender Hoesung Lee am Montag im Rahmen der Präsentation des sechsten Sachstandberichts des Weltklimarats.

Damit die Erderhitzung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, müssen weltweit in den frühen 2050er-Jahren die Gesamtemissionen auf Netto-Null stehen, für 2 Grad müsste dies in den frühen 2070er-Jahren der Fall sein.

 Lesen Sie auch Eisberg von der Größe Roms in Antarktis abgebrochen >>>

Zeit für die Notbremse: Raus aus den Fossilen

Die Klimawissenschaft ist sich einig: Klimapolitik muss priorisiert werden, darf nicht wegen akuter Krisen auf die lange Bank geschoben werden. "Ein Weiter-wie-bisher ist keine Option", sagte WWF-Klimasprecher Thomas Zehetner. "Der Ausstieg aus den Fossilen ist unsere einzige Chance!"

 Lesen Sie auch Klimakrise – Studie erwartet Anstieg von Meeresspiegel >>>

Vor allem der Gebäudebereich ist ein enormer Treiber des Klimawandels. Laut IPCC könnten 60 Prozent der Emissionen aus Gebäuden bis 2050 reduziert werden, etwa durch Sanierung von Altbauten. Derzeit werden fossile Energieträger weltweit mit 400 Milliarden Euro pro Jahr gefördert, diese Gelder müssen umgelenkt, in Erneuerbare investiert werden.

 Lesen Sie auch Österreich zahlte 2021 für Öl und Erdgas 11,5 Mrd. Euro >>>

Energiewende-Paket gefordert

Greenpeace Österreich forderte ebenfalls, "das fossile Zeitalter so rasch wie möglich zu beenden". Der Klimabericht zeige, dass der Temperaturanstieg mit den vorhandenen Technologien auf 1,5 Grad Celsius begrenzt und damit die Erderhitzung eingedämmt werden kann. Dafür brauche es jedoch ein "Ende von Kohle, Öl und Gas: Energieträger, die nicht nur die Klimakrise, sondern auch Kriege befeuern. Österreich und andere Länder müssen rasch handeln und ihre Klimaschutzpläne nachbessern".

 Lesen Sie auch IPCC eindringliche Warnung vor "Folgen der Untätigkeit" >>>

Global 2000 vermisste "schmerzlich ein Energiewende-Paket der Bundesregierung, das uns von Öl und Gas befreit". Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und die gesamte Bundesregierung sind aufgerufen, rasch das Erneuerbaren-Wärme-Gesetz zu beschließen, damit Öl- und Gasheizungen verbindlich auf klimafreundliche Heizungen ausgetauscht werden und die Energiewende hin zu Sonnen- und Windenergie und klimafreundlicher Wärmeversorgung an Fahrt aufnimmt", so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von Global 2000.

 Lesen Sie auch Warum sich für Klimaschutz erwärmen, Frau Kromp-Kolb? >>>

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account lym Time| Akt:
IPCCWissenschaftKlimaKlimawissenKlimapolitikKlimakriseKlimaschutzKlimawandel

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen