Als eines von 48 Teams hat sich der Iran für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, in Kanada und in Mexiko qualifiziert. Doch seit dem Ausbruch des Iran-Krieges steht hinter der Teilnahme des Landes ein großes Fragezeichen. Der Iran würde alle drei Gruppenspiele gegen Belgien, Ägypten und Neuseeland in den USA, in Los Angeles und Seattle, bestreiten. Und im Sechzehntelfinale könnte sogar ein Duell mit den USA winken, sollten beide Teams Gruppen-Zweite werden.
US-Präsident Donald Trump erklärte laut FIFA-Boss Gianni Infantino noch, der Iran sei "natürlich willkommen" in den USA, wie Infantino am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem US-Präsidenten auf Instagram schrieb. Der Iran ist eines der Länder, für dessen Staatsbürger ein grundsätzliches Einreiseverbot in die USA gilt. Für Profi-Sportler gelten Ausnahmen. Der Iran sei "herzlich eingeladen, an dem Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen", so FIFA-Präsident Infantino weiter. Ende Februar begannen die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran.
"Es herrschen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen", meinte Sportminister Donjamali nun im Staats-TV, sagte damit eine WM-Teilnahme ab. Die USA hätten "unseren Führer ermordet". "Angesichts der bösartigen Maßnahmen, die gegen den Iran durchgeführt wurden, wurden uns innerhalb von acht oder neun Monaten zwei Kriege aufgezwungen, und mehrere tausend unserer Menschen wurden getötet. Daher haben wir definitiv keine Möglichkeit zu einer solchen Teilnahme", so der Sportminister.
Verbandspräsident Mehdi Taj meinte mit Blick auf das Frauen-Turnier des Asien-Cups in Australien: "Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien?" Mehrere Spielerinnen hatten da Asyl in Australien beantragt.
Offen ist aber, ob Donjamalis Ansage tatsächlich den Boykott bedeutet. In diesem Fall würden hohe Strafen auf den Iran zukommen. Der WM-Rückzug würde hohe finanzielle Strafzahlungen bedeuten. Bei einem Rückzug 30 Tage vor dem Turnierbeginn würden 250.000 Schweizer Franken (über 276.000 Euro) fällig werden, wie aus dem Turnierregulativ hervorgeht. Eine WM-Absage weniger als 30 Tage vor dem WM-Beginn würde dann 500.000 Schweizer Franken (gut 550.000 Euro) kosten. Darüber hinaus würde ein Ausschluss von der WM-Qualifikation für 2030 drohen.
Außerdem müsste der Iran sämtliche von der FIFA erhaltene Gelder zurückzahlen. Jedes qualifizierte Team erhält zumindest 1,5 Millionen US-Dollar, um die Ausgaben für die Vorbereitung zu decken. Alle Teams nehmen darüber hinaus zumindest neun Millionen US-Dollar an Startgeld ein. All das müsste zurücküberwiesen werden. Grundsätzlich könnte die FIFA den Iran aber auch selbst ausschließen.
Sollte das Land die WM tatsächlich boykottieren, würde es entweder einen Nachrücker geben – hier werden der Irak oder die Vereinigten Arabischen Emirate genannt –, oder die Gruppe würde nur mit drei Teams gespielt werden.