Irmgard Griss packt in ORF-ZIB2 über Sebastian Kurz aus

Irmgard Griss erklärt in der ORF-ZiB2 bei Armin Wolf, dass eine neue Kandidatur von Sebastian Kurz "völlig ausgeschlossen" sei.
Irmgard Griss erklärt in der ORF-ZiB2 bei Armin Wolf, dass eine neue Kandidatur von Sebastian Kurz "völlig ausgeschlossen" sei.Screenshot ORF
Bei Armin Wolf schildert Irmgard Griss, was sie 2016 mit Sebastian Kurz geplant hatte. Gleichzeitig attackiert sie den Ex-Kanzler massiv.

Sebastian Kurz ist aus der Öffentlichkeit abgetaucht. Für diese Woche sind keine öffentlichen Auftritte des ÖVP-Politikers bekannt. Dank dem früheren NEOS-Chef Matthias Strolz macht der gefallene Kanzler aber dennoch Schlagzeilen. Im ORF enthüllte der Vorarlberger im ORF "Im Zentrum" ein düsteres Kurz-Geheimnis – "Heute" berichtete.

Demnach hatte der türkise Strahlemann nach der Präsidentschaftswahl 2016 zusammen mit der beliebten aber unterlegenen Kandidatin Irmgard Griss und Matthias Strolz ein Bündnis in Form einer Wahlplattform schmieden wollen. Kurz habe sich "mit der Inhalierung der NEOS" einen Plan B schaffen wollen, dann aber umgeschwenkt und stattdessen massiv im FPÖ-Lager gewildert, analysiert Politberater Thomas Hofer für den ORF.

Aus der Zusammenarbeit mit Strolz wurde bekanntlich nichts. Dieser schilderte, dass er die Gespräche geschockt abgebrochen habe, als er erkannte, dass "Lüge bei ihm ein Standardinstrument ist", Kurz "nicht integer" handele und, dass hinter dem "hochpolierten Lack wilde Abgründe lauern". Seither schweigt der Ex-Pinke dazu: "Von meiner Seite ist alles gesagt."

Sebastian Kurz nicht für Neues bereit

Abgeschlossen ist die Causa damit aber nicht. Am heutigen Montagabend nahm dann schließlich auch Irmgard Griss im ORF-Studio der "ZIB2" gegenüber von Star-Anchor Armin Wolf Platz, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Sebastian Kurz hatte das Interview zuvor abgelehnt.

Auch sie schildert, wie sie drei überlegt hätten, gemeinsam bei einer Nationalratswahl anzutreten. "Nach der Präsidentschaftswahl hat mich Sebastian Kurz angerufen und angeboten, bei der ÖVP anzudocken", erinnert sich Griss. Durch die Unterstützung der NEOS im Wahlkampf habe sie sich aber auch den Pinken verpflichtet gefühlt, und habe deshalb auch Strolz in diese Gespräche einbinden wollen.

Strolz' Aussagen kommentierte die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofes nicht weiter, schildert aber ihre Auffassung: "Für mich war damals klar, dass Sebastian Kurz nicht bereit ist, sich von der ÖVP zu emanzipieren und wirklich was Neues zu beginnen". Für die vielen Baustellen der Republik hätte es eine neue Bewegung gebraucht, die alteingesessene ÖVP sei ihrer Ansicht nach aber wenig reformwillig gewesen.

"Geht gar nicht um das Strafbare"

Soviel zur Vergangenheit. Doch kann Kurz eigentlich jemals wieder als Spitzenkandidat ins Rennen um das Kanzleramt gehen? "Das ist völlig ausgeschlossen!", donnert die Juristin und pocht darauf, dass das Vorstrafenregister nicht das einzige Maß der Dinge für eine solche Kandidatur sein kann.

"Das ist ja auch die Selbstachtung von uns Bürgern, dass wir sagen, wir wollen in der Spitzenposition niemanden haben, der so an die Macht gekommen ist. Da geht es gar nicht um das Strafbare."

"Kein Gewohnheitsunrecht"

Für Griss sind alleine die aufgeflogenen innerparteilichen Intrigen bereits ein moralisches Ausschlusskriterium, selbst wenn am Ende bei Kurz keine strafrechtliche Verfehlung festgestellt würde. Die türkise Verteidigungslinie, dass das – salopp gesagt – Hackln ins Kreuz schmeißen und an fremden Sesseln sägen, womöglich politischer Alltag (Kurz: "Das politische Geschäft ist ein hartes.") wäre, lässt sie überhaupt nicht gelten:

"Wir haben ein Gewohnheitsrecht, aber wir haben kein Gewohnheitsunrecht. Ich kann nicht ein Verhalten damit rechtfertigen, dass das andere Leute auch schon gemacht haben", erklärt Griss im Studio. 

"Wir müssen uns als Wählerinnen und Wähler dagegen wehren. Selbst wenn solche Spiele immer gespielt wurden, irgendwann muss aus damit sein."

"Absolut lächerlich und unhaltbar"

Als altgediente Richterin stellt sie sich auch schützend vor die Justiz. Die ÖVP-Attacken gegen die Staatsanwaltschaft sind für sie "absolut lächerlich und unhaltbar. Zu sagen, die Staatsanwälte machen das, um Kurz eins Auszuwischen... das ist zu billig!"

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