IS bereitet weitere Anschläge in Europa vor

Nach den Worten von Frankreichs Premierminister Manuel Valls bereitet die Dschihadistenmiliz IS nach den Angriffen in Paris auch Aktionen in anderen europäischen Ländern vor. In Istanbul seien zeitgleich zu Paris Anschläge geplant gewesen. Nach den islamistischen Anschlägen von Paris zeichnet sich in Europa eine neue Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen ab.

Nach den Worten von Frankreichs Premierminister Manuel Valls bereitet die Dschihadistenmiliz IS ab. 

Anschläge in Istanbul verhindert

Weitere, große Terrorakte in Istanbul sollen am Freitag vereitelt worden sein. Attentate sollten zeitgleich mit denen in Paris stattfinden. Die türkischen Behörden nahmen am Freitag fünf Verdächtige fest, darunter auch ein enger Vertrauter des britischen IS-Kämpfers "Jihadi John". Die Türkei fahndet seit dem Anschlag auf eine Friedensdemo in Ankara am 10. Oktober verstärkt nach Dschihadisten. Bei dem Attentat, zu dem sich wie in Paris die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt hatte, waren 102 Menschen getötet worden - es war der folgenschwerste Anschlag in der Geschichte des Landes. 
Im türkischen Antalya findet ja derzeit der G20-Gipfel statt. Sträkere Grenzkontrollen und eine Anhebung der Sicherheitsvorkehrungen auf internationalen Flughäfen wurde als Konsequenz auf die Anschläge in Paris vereinbart.





 

Debatte um Flüchtlinge 

Mehrere der Attentäter von Paris sind womöglich als Flüchtlinge getarnt nach Europa eingereist. Bei einem der Angreifer wurde ein syrischer Pass gefunden. Der Mann sei Anfang Oktober über die griechische Insel Leros in die EU gekommen, teilte die Regierung in Athen mit. Auch in zahlreichen anderen europäischen Ländern wurde der Mann als Flüchtling registriert. Die serbischen Behörden etwa notierten ihn, als er über Mazedonien einreiste. Später wurde er in einem kroatischen Flüchtlingscamp registriert. Aus Kreisen der griechischen Regierung hieß es, ein zweiter Attentäter sei vermutlich über die Türkei und Griechenland nach Europa gelangt.

In Europa gibt es seit langem die Sorge, dass militante Islamisten in dem Flüchtlingsstrom untertauchen und so heimlich nach Europa kommen könnten. Die deutschen Sicherheitsbehörden haben allerdings mehrfach betont, die Gefahr sei gering.

Erste Reaktionen gegen Flüchtlinge

Die kündigte am Wochenende an, sich wegen der Anschläge nicht mehr an der Verteilung von Flüchtlingen nach EU-Quoten zu beteiligen. Die slowakische Regierung erklärte, sie sehe sich in ihren Sicherheitsbedenken bestätigt. Führende CSU-Politiker sprachen sich dafür aus, die deutschen Grenzen stärker abzusichern.

Der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel rief hingegen dazu auf, sich ungeachtet der Anschläge weiter schützend vor Flüchtlinge zu stellen. Innenminister Thomas de Maiziere warnte, es dürfe nicht vorschnell ein Bogen von den Pariser Attentaten zur Debatte um die Flüchtlinge gespannt werden.

 

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