Noch vor dem Prozess waren die Räume am St. Pöltner Landesgericht auf Bomben untersucht worden. Beim Prozess gab es ein Riesenpolizeiaufgebot samt Diensthunden, Justizwachebeamten und ein striktes Foto- und Videoverbot.
Der 2018 verurteilte Bosnier war nach acht Monaten Haft vom Verein „Derad“ (Deradikalisierungsverein) betreut worden. Der 24-Jährige soll versucht haben, ausgerechnet den „Derad“-Mitarbeiter zu bekehren. Der Angeklagte bot dem Betreuer einen Schutzvertrag an, falls der IS mal Österreich übernehme. Er soll den Betreuer „Murtad“ genannt haben, weil dieser vom Glauben abgekommen sei.
In einer Nachricht soll der Bosnier geschrieben haben, dass der Betreuer nicht ins Paradies komme und dass Allah ihm das Rückgrat breche.
Der Angeklagte meinte: „Ich bin ein streng gläubiger Moslem. Doch IS-Nachrichten lese er, aber kritisch. Überhaupt habe ich meinen Betreuer nur ärgern wollen.“
Der Betreuer war aufgrund der Nachrichten erschüttert.
Laut Richter stelle der 24-Jährige eine Gefahr für die Gesellschaft dar. Das Urteil (nicht rechtskräftig): Drei Jahre und neun Monate Haft.